Oliver North zieht mit Marines in den Irak-Krieg
- Erzkonservativer Haudegen berichtet für Fox News über Krieg
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Im Kampf um die Einschaltquoten bei der Irak-Berichterstattung setzt Fox News auf einen alten Haudegen, der für seine rechtslastigen Ansichten ebenso bekannt ist wie für seine Rolle im bekannten Iran-Contra-Skandal der 80er-Jahre: "Ollie" North
Oliver North, Hauptmann im Ruhestand, berichtet für den konservativen US-Sender über den Feldzug gegen den Irak. Der 58-jährige begleitet als Reporter eine Hubschraubereinheit der Marineinfanterie. Vergessen scheint seine Verwicklung in Affären und umstrittene Militäraktionen während der Reagan-Jahre. Fox machte ihn schon vor Jahren als Talkmaster wieder salonfähig.
Iran-Contra-Affäre
Berüchtigt ist North seit 1986: Damals brachte er die Regierung des damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan ins Wanken, als er vor dem Kongress über den geheimen Verkauf von US-Waffen an den Iran berichtete. Washington wollte damit eine Intervention Teherans, das offiziell als Staatsfeind der USA bezeichnet wurde, zur Befreiung westlicher Geiseln im Libanon erkaufen.
Straflos
Die Einnahmen aus den Waffenverkäufen dienten anschließend dazu, in Nicaragua die rechtsgerichteten Contras gegen die Sandinisten zu unterstützen. 1989 wurde North wegen seiner Verwicklung in diese Affäre verurteilt, doch ein Berufungsgericht hob das Urteil auf und so kam er ohne Strafe davon.
Fünf Jahre später bewarb sich North um einen Senatoren-Sitz im US-Bundesstaat Virginia - ohne Erfolg. Seither tröstet er sich mit einem Job bei Fox News, wo er eine Sendung mit dem vielsagenden Titel "Geschichten aus dem Krieg" moderiert. Auch heute noch sorgt der ehemalige Hauptmann in den USA für hitzige Kontroversen zwischen Anhängern der Demokraten, die ihn als Symbol der Reagan-Ära verachten, und Konservativen, die ihn regelrecht anbeten.
Personen-Kult
Als ehemaliger Soldat fand "Ollie", wie ihn die Marineinfanteristen freundschaftlich nennen, bei einem Reporter-Training in der Wüste von Kuweit auch gleich den richtigen Ton: "Sagen Sie den Soldaten, dass dies nicht gegen Geschlechtskrankheiten hilft", feixte er, als ihm die Ausbilder einen Schutzanzug und Pillen gegen die gefürchteten Milzbranderreger übergaben. "Ollie ist ein guter Typ", versichert der Kommandant der Marines, David Andersen. "Er ist eine amerikanische Ikone", meint ein junger Soldat in einer Mischung aus Bewunderung und Ehrfurcht.
Auf seiner Internet-Seite lobt der Sender Fox News, der zum Imperium des australisch-amerikanischen Medienmoguls Rupert Murdoch gehört und offen den Irak-Kurs des Weißen Hauses unterstützt, zwar die 22-jährige Militärkarriere seines neuen Reporters North und dessen zahlreiche Auszeichnungen für Tapferkeit im Feld. Davon, dass der 58-Jährige wegen seiner Verwicklung in undurchsichtige Affären mit der Justiz in Berührung kam, ist dort freilich nichts zu lesen.
Ein Kollege: Geraldo Rivera
Neben dem "Haus-Falken" North gehört zur Reporter-Riege von Fox auch Geraldo Rivera. Rivera rühmte sich während des Afghanistan-Krieges "live" mit seinem Revolver und kündigte an, er wolle Osama bin Laden persönlich zur Strecke bringen.
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