Streit um möglichen türkischen Einmarsch im Nordirak
- Türkei gibt Luftraum für US-Streitkräfte frei
Auf Drängen der USA hat die türkische Regierung am Freitagabend den türkischen Luftraum für Kampfeinsätze gegen den Irak freigegeben. Unterdessen erklärte Außenminister Abdullah Gül, die Türkei werde in den Nordirak einmarschieren, einen Zeitpunkt nannte er allerdings nicht.
Die türkische Regierung hatte sich zunächst geweigert, den Luftraum freizugeben, obwohl das Parlament bereits am Donnerstagabend grünes Licht für die Öffnung des Luftraumes gegeben hatte.
Grund waren Meinungsverschiedenheiten zwischen Washington und Ankara über türkische Pläne, mit eigenen Truppen in den Nordirak einzurücken. Darüber sollten sich Militärführung und Diplomaten beider Länder abstimmen, sagte der türkische Verteidigungsminister.
Rumsfeld warnt Türkei vor Militärintervention
US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hat Ankara vor dem Einmarsch türkischer Truppen in den Nordirak gewarnt. Die US-Regierung habe die türkische Regierung und Armee darüber informiert, dass es "nicht hilfreich" sei, wenn türkische Soldaten in großer Zahl in den Nordirak einmarschierten, sagte Rumsfeld am Freitag vor Journalisten im Pentagon in Washington. "Wir haben Spezialkräfte und -einheiten, die mit kurdischen Kämpfern im Nordirak in Verbindung stehen", betonte Rumsfeld. Dies könne einer der "vielen Gründe" sein, weshalb Ankara bisher nicht den türkischen Luftraum für US-Kampfflugzeuge freigegeben habe, räumte Rumsfeld ein.
Die USA sind dagegen, dass türkische Soldaten außerhalb der von den USA verfolgten Militärstrategie in das Kurdengebiet im Nordirak einmarschieren. Die Türkei hingegen fordert nach Angaben aus Regierungskreisen in Ankara im Gegenzug für die Überflugrechte von den USA grünes Licht für einen Einmarsch. Der nordirakische Kurdenführer Massud Barzani hatte einen allgemeinen Aufstand angekündigt, falls die türkische Armee in die Kurdengebiete einmarschieren sollte, "selbst wenn die türkischen Truppen unter amerikanischem Kommando stünden".
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