Kapellari: Papst-Haltung zum Irak gut für Islam-Dialog
- Interview: Krieg kann in islamischer Welt nicht als "christlich-imperialistischer Akt" missinterpretiert werden
Der Grazer Diözesanbischof Egon Kapellari befürwortet die Ablehnung des Irak-Krieges durch Papst Johannes Paul II. Die Haltung des Papstes werde "nachhaltige Wirkung" haben, da jetzt Millionen Muslime wüssten, dass "die Hauptsymbolfigur des Christentums gegen diesen Krieg aufgetreten ist".
So könne dieser Krieg nicht als "christlich-imperialistischer Akt" missinterpretiert werden, sagte Kapellari in einem Interview einer Tageszeitung.
Kapellari, der sich mehrmals kritisch zum Thema Islam geäußert hatte, sagte, dass das Nicht-Benennen von Problemen nicht zu mehr Frieden zwischen den Religionen beitrage, im Gegenteil. Es sei in der Gesellschaft üblich geworden, "das Christentum herunterzumachen" und den Islam als Kraft der Toleranz zu sehen. Auch wenn es viele Muslime gebe, die einen "aufgeklärten" Islam repräsentierten, würden Muslime nicht selten "zu Feinden der eigenen Kultur und Religion". Das Thema sei sehr vielschichtig, der "Kern des Problems" liege aber darin, dass es "nicht gut ist, wenn Politik und Religion zusammenfallen".
Der steirische Diözesanbischof erklärte in dem Presse-Interview, gerne in einem Staat zu leben, in dem (der indisch-britische Autor) Salman Rushdie (gegen den der Iran einen Mordbefehl erlassen hatte) nicht mit einem geistlichen Rechtsgutachten belegt ist. Er sei nicht der Meinung, dass das Christentum anderen Religionsgemeinschaften überlegen sei. Als Christ halte er allerdings "gerne mit sanfter Unerbittlichkeit daran fest, dass Christus größer ist als Buddha oder Mohammed".
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