Freitag, 21. März 2003

Südirak: 3 US-Soldaten sterben bei Helikopter-Absturz

  • London dementiert Berichte über gefangenen General
  • US-GI's bei irakischem Selbstmord-Anschlag getötet

Nicht nur im Kampf, viele alliierte Soldaten sterben im Irak-Krieg auch bei Unfällen: Beim bisher schwersten Hubschrauberunglück der US-Armee im Irak sind am Sonntagabend drei US-Marineinfanteristen ums Leben gekommen. Inzwischen sind damit binnen einen Woche bereits sechs Helikopter abgestürzt. In der wilden Schlacht um die südirakische Stadt Basra starb ein britischer Soldat. Mehrere weitere wurden verletzt. Die zuletzt gemeldete Gefangennahme eines irakischen Generals durch die Alliierten, wurde nun von London dementiert.

Das vierte Besatzungsmitglied des Transporthubschraubers UH-1 Huey sei verletzt worden, teilte ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums in Washington mit. Der Hubschrauber sei im Süden des Iraks abgestürzt. "Es sieht wie ein Unfall aus." Huey-Hubschrauber gelten als verlässliche Transportmaschinen und sind seit 1963 im Einsatz.

Es ist der sechste Absturz eines US-Militärhubschraubers binnen einer Woche. Am Freitagabend waren zwei Apache-Hubschrauber der 101. Luftlandedivision im Südwesten des Iraks zusammengeprallt. Alle vier Insassen überlebten. Die Hubschrauberpiloten machen vor allem die Sandstürme für die Abstürze verantwortlich.

Britischer Soldat gerät in Hinterhalt: Erschossen
Bei Kämpfen in der Nähe der südirakischen Stadt Basra wurde ein britischer Soldat getötet. Mehrere weitere Soldaten seien verletzt worden, teilte das Verteidigungsministerium in London mit. Die Anghörigen des Getöteten seien informiert worden. Laut einem Journalisten der britischen Zeitung "The Times" erlag der Soldat der Royal Marine nach einem irakischen Angriff aus dem Hinterhalt seinen Verletzungen. Der Vorfall habe sich auf der Halbinsel Fao ereignet.

London dementiert Berichte über gefangenen General
Das britische Verteidigungsministerium hat Angaben der eigenen Streitkräfte dementiert, wonach bei Kämpfen in Basra am Sonntag ein irakischer General gefangen genommen wurde. "Wir haben keinen Kriegsgefangenen vom Rang eines Generals", sagte eine Sprecherin des Ministeriums.

Amerikaner und Briten bereiten neue Landebahn im Südirak vor
Britische und US-Soldaten stellen einen still gelegten Luftwaffenstützpunkt im Südirak wieder her. Mit Bulldozern und Lastwagen begannen britische Soldaten am Sonntag, eine Landebahn freizuräumen, wie ein AFP-Reporter berichtete. Nach Angaben von Ingenieuren hatten irakische Kräfte versucht, mit militärischen Wracks die Landebahn zu blockieren.

Die nahe der Stadt Nassiriyah gelegene Anlage wurde im Golfkrieg 1991 stark beschädigt. Auf der Luftwaffenbasis befindet sich neben einem Krankenhaus auch ein Lager für Kriegsgefangene der US-Armee.

In der Nähe der südirakischen Stadt Basra fanden britische Soldaten nach eigenen Angaben von den Irakern aufgegebene Waffendepots. In den Lagern befänden sich unter anderem Panzer- und Luftabwehrraketen, berichteten britische Offiziere. Allein in der Nähe des internationalen Flughafens von Basra seien 16 Lager ausgehoben worden. Die Waffen dürften nicht "in die falschen Hände" geraten, sagte der zuständige Armeevertreter. Bisher seien 150.000 Patronen zerstört worden.

Hubschrauber- und Jet-Abschuss dementiert
Die US-Militärs dementierten irakische Angaben, wonach ein Apache-Kampfhubschrauber und ein Harrier-Kampflugzeug abgeschossen worden seien. "Diese Angaben sind falsch", sagte der US-Offizier Ed Worley am Sonntag am Sitz des US-Zentralkommandos in El Sailiyah in Katar. Der irakische Informationsminister Mohammed Said el Sahhaf hatte zuvor erklärt, der Kampfhubschrauber sei im Süden in der Region von Basra getroffen worden; im Zentrum des Landes hätten Kämpfer der regierenden Baath-Partei ein senkrecht startendes Flugzeug vom Typ Harrier abgeschossen.

Iraker drohen mit weiteren Selbstmordattentaten
Aziz sagte dem US-Fernsehsender ABC, Menschen, die von einer Invasion bedroht seien, hätten das Recht, sich "mit allen Mitteln" zu verteidigen. Selbstmordanschläge gehörten dazu. Der irakische General Hasem El Rawi sagte, mehr als 4000 Freiwillige seien aus allen arabischen Ländern eingetroffen, um in die Fußstapfen eines irakischen Offiziers zu treten, der beim ersten Selbstmordanschlag auf alliierte Truppen am Samstag in der Nähe von Najaf eine Autobombe gezündet und vier US-Soldaten mit in den Tod gerissen hatte. Auch die radikale Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad schickte nach eigenen Angaben Selbstmordattentäter in den Irak.

Dschihad: Anschlag in Netanya "Geschenk an die Menschen im Irak"
Die radikale Palästinenserorganisation "Islamischer Dschihad" (Heiliger Krieg) hat den Selbstmordanschlag von Netanya als Geschenk an die Menschen im Irak bezeichnet. Wie die israelischen Tageszeitung "Haaretz" in ihrer Onlineausgabe weiter berichtete, gab die Organisation an, dass weitere Selbstmordattentäter bereits in Bagdad seien, um dort Angriffe auf die US-Streitkräfte vorzubereiten. Bei dem Selbstmordanschlag auf ein Cafe in Netanya nördlich von Tel Aviv waren am Sonntagmittag den Angaben zufolge 58 Menschen verletzt worden. Der Attentäter kam ums Leben.

21.3.2003 12:40
pixel