USA und Großbritannien besetzen irakische Ölanlagen
- Halbinsel Faw eingenommen
- Weitere Fördereinrichtungen im Visier
Am zweiten Tag des Krieges haben die britisch-amerikanischen Truppen in Irak einige wichtige Ölanlagen besetzt und weitere ins Visier genommen. Die Soldaten nahmen am Freitag die Halbinsel Faw im äußersten Süden des Irak ein und stellten die dortigen Ölförder-Einrichtungen unter britische Aufsicht.
Ein britischer Armee-Sprecher sagte, die Marineeinheiten hätten ihre drei wichtigsten Ziele erreicht: die Kontrolle der Ölzähler und zweier Terminals. Die USA wollen nach eigener Darstellung die riesigen Ölfelder von Kirkuk im Norden und Rumaila im Süden vor irakischen Sabotageakten schützen.
Bei den eroberten Erdöleinrichtungen auf Faw dürfte es sich um die dem Irak von den Vereinten Nationen zugestandenen Terminals Mina el Bakr und Khor el Amaya handeln. Von Mina el Bakr aus exportiert der Irak rund eine Million Barrel (ein Barrel = etwa 159 Liter) Öl pro Tag. Von dem anderen Terminal werden per Pipeline rund 700.000 Barrel täglich in die türkische Stadt Ceyhan geliefert. Irak verfügt über die weltweit zweitgrößten bekannten Ölreserven.
Britische Truppen haben jetzt die Ölfelder um die südliche Hafenstadt Basra in der Nähe der Rumaila-Ölfelder im Visier. Sie wollen verhindern, dass sie von irakischen Soldaten aus Sabotage in Brand gesetzt werden. Britischen Angaben zufolge sollen dort bereits 30 von 400 Ölförderstellen brennen. Beim Krieg 1991 wurden mehr als 700 kuwaitische Ölquellen in Brand gesetzt. Die US-Armee zeigte sich jedoch zuversichtlich die Ölfelder von Rumaila weitgehend intakt übernehmen zu können.
Unklarer ist das Bild im nördlichen Ölfördergebiet um Kirkuk, dem größten der 15 Fördergebiete des Irak. An ihm haben die Iraker nach US-Angaben Sprengstoff angebracht, um zu verhindern, dass er intakt in alliierte Hände fällt. Noch ist die Pipeline von Kirkuk nach Ceyhan geöffnet, doch nimmt dort kein Tanker das Öl auf, so dass die Lager bis Samstag voll sein dürften.
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