Donnerstag, 20. März 2003

Mutmaßliche islamische Extremisten in Berlin verhaftet

  • Fünf Beschuldigte planten offenbar Anschläge zu Kriegsbeginn

Mehrere mutmaßliche islamische Fundamentalisten sind am Donnerstag in Berlin festgenommen worden. Wie die Generalbundesanwaltschaft am Abend in Karlsruhe mitteilte, wird gegen fünf Beschuldigte wegen Gründung einer terroristischen Vereinigung ermittelt.

Ihnen werde vorgeworfen, Sprengstoffanschläge in Deutschland geplant zu haben. Dabei lägen Hinweise vor, dass die Beschuldigten den Beginn des Irak-Krieges zum Anlass nehmen wollten, um ihre Vorhaben in die Tat umzusetzen. Sie sollten zunächst vernommen und gegebenenfalls später dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden.

Beamte der Bundesanwaltschaft untersuchten der Mitteilung zufolge seit Donnerstagnachmittag sechs Objekte in Berlin, unter anderem Räumlichkeiten in der Al-Nur-Moschee und Büroräume des Vereins Die islamische Gemeinschaft Berlin. "Die Beschuldigten sind verdächtig, im Auftrag des internationalen Netzwerks gewaltbereiter Islamisten in Berlin eine terroristische Vereinigung gegründet zu haben", hieß es in der Erklärung weiter. Deren Ziel sei es, arabische Studenten anzuwerben, sie zu einem Verband zusammenzuschließen und in naher Zukunft mit ihnen Sprengstoffanschläge zu verüben.

Die vom Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofes angeordneten Maßnahmen seien von Berliner Polizisten unterstützt worden. Ziel der Durchsuchungen sei es gewesen, Beweismaterial über die Verbindungen der Vereinigungsmitglieder untereinander zu gewinnen sowie "Tatmittel zur Begehung eines Anschlages" zu finden. Damit sollten mögliche Anschläge verhindert werden.

20.3.2003 20:35