Militär-Experten: Großangriff auf Irak in einigen Tagen
- "Enthauptungsstrategie" statt "Schockstrategie"
- Angriffswelle mit rund 3.500 Präzisionsbomben steht noch bevor
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Donnerstag Früh begann mit Luftangriffen auf Bagdad der Irak-Krieg. Der Großangriff der USA und ihrer Verbündeten wird nach Einschätzung von Militärexperten aber noch einige Tage auf sich warten lassen. Auf die ersten nächtlichen Angriffe könnten zunächst weitere begrenzte Bombardements folgen, ehe die USA die angekündigte Angriffswelle mit rund 3.500 Präzisionsbomben und -Raketen auf den Irak starten werden.
Die Invasion werde wahrscheinlich immer noch vorbereitet, deshalb sei eine Periode relativer Ruhe von bis zu ein oder zwei Tagen mit nur vereinzelten Angriffen nicht ausgeschlossen. "Es war eine günstige Gelegenheit", fügte Dodge mit Blick auf die Angriffe hinzu. "Das ist lediglich ein Vorläufer vor dem Angriff, bei dem fast mit Sicherheit auf einen hohen Regierungsbeamten gezielt wurde", sagte Toby Dodge, ein Irak-Experte an der britischen Universität in Warwick.
Die meisten Experten hatten einen massiven Angriff, der beim Feind "Schock und Angst" verbreiten sollte, erwartet. Dabei war von den USA der Einsatz von 3.500 Präzisionsbomben und -Raketen angedroht worden. Es wird erwartet, dass unter dem Schutz der Luftwaffe die in Kuwait zusammengezogenen Bodentruppen in den Irak vorrücken werden.
Bodenoffensive wahrscheinlich nötig
Barthelemy Courmot vom französischen Institut für Internationale und Strategische Beziehungen (Iris) hielt es durchaus für möglich, dass diese erste Phase für einige Tage oder sogar eine Woche weitergeht. Falls sie erfolgreich sei, könne dieser Krieg der "schnellste und leichteste in der Kriegsgeschichte" gewesen sein. Wahrscheinlicher sei jedoch, dass eine zweite Phase massiver Bombenangriffen und einer Bodenoffensive erforderlich sei. Dies sei dann "mit sehr realen Unsicherheiten verbunden".
"Es ist alles normal"
Ein Angehöriger der Luftraumüberwachung am Golf sagte einige Stunden nach dem Angriff, es gebe keine Anzeichen für mehr Flüge: "Es ist alles normal, sogar etwas ruhiger als normal." Einige Militärexperten hatten spekuliert, dass die US-Streitkräfte für den vollen Angriff zumindest die Dunkelheit des frühen Abends in Bagdad oder sogar die nächsten Tage abwarten wollten, da beim Ablauf des Ultimatums in der Nacht zum Donnerstag um 04.00 Uhr Ortszeit ein heller Vollmond schien.
"Enthauptungsstrategie"
"Die USA haben zum ersten Mal eine 'Enthauptungs-Strategie' benutzt", sagte Uzi Arad, Direktor des israelischen "Insitute of Policy and Strategy". "Das Ziel in diesem Fall war einfach, die Fähigkeit der obersten Führung zu zerstören, die Benutzung von nicht-konventionellen Waffen zu autorisieren." Das zweite Ziel sei gewesen, einen Regierungsumsturz herbeizuführen. Robert Karniol, Asien-Spezialist des Magazins "Jane's Defence Weekly", nannte die Ausführung der ersten Angriffe ein bewusstes Täuschungsmanöver des US-Verteidigungsministeriums, da alle Medien unter Berufung auf Militärplanungen einen 'Schock-Angriff' erwartet hätten.
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