US-Soldaten fürchten "friendly fire"
- GPS, High-Tech-Ausweise und Hitzekacheln sollen helfen
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Auch wenn die Militärtechnologie seit dem Golfkrieg vor zwölf Jahren noch präziser geworden ist, bleiben fehlgeleitete Treffer aus den eigenen Reihen eine der Hauptgefahren für die Soldaten der Golfkriegs-Alliierten. 1991 fielen 35 der 148 im Krieg getöteten US-Soldaten dem Beschuss durch ihre Kameraden zum Opfer, das im Militärjargon beschönigend als "friendly fire" bezeichnet wird. Lag der Anteil der Gefallenen, die von Angreifern aus den eigenen Reihen getötet wurden, also bei nahezu einem Viertel, so wurden auch 15 Prozent der 467 verletzten US-Soldaten damals von den Einheiten der Alliierten selbst getroffen.
Die militärischen Fehlschläge können auf allerhand Widrigkeiten zurückzuführen sein, etwa auf Dunkelheit und Schlechtwetterfronten, Informatik- und Kommunikationspannen, aber auch auf menschliches Versagen im Umgang mit den komplizierten Waffensystemen. Im April 2002 tötete der Pilot eines amerikanischen F-16-Kampfflugzeuges beim internationalen Militäreinsatz in Afghanistan vier kanadische Soldaten und verletzte acht weitere, als er irrtümlich eine ferngesteuerte 250-Kilo-Bombe auf sie abwarf. Am 5. Dezember 2001 wurden durch einen ähnlichen Fehler drei US-Soldaten und acht Afghanen getötet sowie 40 Menschen verletzt.
Besonders große Verwechslungsgefahr besteht beim Guardian-Armored-Security-Vehicle, dem gepanzerten Fahrzeug der amerikanischen Militärpolizei. Deshalb wird das Fahrzeug derzeit überall auf den Stützpunkten des Heeres vorgestellt oder auf Fotografien herumgereicht. Manche dieser 53 Fahrzeuge wurden erstmals im Kosovo eingesetzt und eigneten sich für den friedenssichernden Auftrag. Doch in der irakischen Wüste kann es leicht mit den BRDM-2 Aufklärungsfahrzeugen sowjetischer Bauart verwechselt werden, die sich in den Beständen des irakischen Heeres befinden.
Zur Verhinderung von irrtümlichen Angriffen aus den eigenen Reihen wird vor allem das mit Satelliten betriebene GP-System eingesetzt. Mit Hilfe der Daten des "Global Positioning System" ist es möglich, für jede Militäreinheit der eigenen Verbände genau zu bestimmen, wo sie gerade im Einsatz ist - und damit einen irrtümlichen Angriff auszuschließen. In technisch unperfekten Formen stand GPS bereits beim Golfkrieg vor zwölf Jahren zur Verfügung. Inzwischen kann das System flächendeckend eingesetzt werden. GPS-gesteuerte Bomben erzielten im Kosovo-Krieg vor fünf Jahren eine Trefferquote von 96 Prozent. Allerdings kann die GPS-Präzision durch schlechtes Wetter oder Sandstürme beeinträchtigt werden. Auch ist nicht auszuschließen, dass die GPS-Signale von den irakischen Einheiten gestört werden.
Um die Verwechslungsgefahr zu verringern, müssen zudem alle auf dem Feld eingesetzten Soldaten eine Art High-Tech-Ausweis auf dem Helm oder der Uniform tragen. Diese Ausweise in der Größe einer Zwei-Euro-Münze sind schwarz, glühen aber per Infrarot-Strahlung wie Feuer, wenn sie in nächtlichen Einsätzen benutzt werden. Auch die Erkennung des Fahrzeuges der Militärpolizei soll durch Infrarotlichter und spezielle Hitzekacheln besonders für die Piloten der Luftwaffe erleichtern. Zudem sollen alle Kampfflugzeuge und Bomber mit dem Heer am Boden vernetzt sein.
"Wir haben alle möglichen Maßnahmen ergriffen, aber es bleibt eben der menschliche Faktor", sagt Oberfeldwebel Damian McIntosh. Er ist sich sicher, dass in dem Durcheinander der Schlacht, der Anspannung und dem Stress Unfälle passieren werden. "Man kann das nicht zu 100 Prozent ausschließen." Schließlich gebe es diese Fehler seit dem Beginn kriegerischer Auseinandersetzungen.
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