Tausende Teilnehmer an Schüler-Demo in Wien
- Polizei spricht von 3.500, Organisatoren von 8.000
- Stadtschulrat: "Unentschuldigtes Fernbleiben"
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Die Kriegs-Gegner und die Befürworter
Weltweit finden seit Beginn der US-Angriffe auf den Irak Friedensdemonstrationen statt, auch in Österreich. Mehrere tausend Schüler protestierten am Donnerstag in der Wiener Innenstadt. Für den frühen Donnerstagabend gab es Aufrufe mehrerer Organisationen für eine Kundgebung auf dem Stephansplatz. Auch in den Bundesländern soll demonstriert werden. Am Samstag soll ein großer Sternmarsch "Stoppt den Krieg" stattfinden, die Initiatoren erwarten laut Polizei 15.000 bis 20.000 Teilnehmer. Auch außerhalb Österreichs gingen Hunderttausende auf die Straßen.
Die bis Donnerstagnachmittag in Wien abgehaltenen Demonstrationen sind bisher durchwegs friedlich verlaufen. Schon rund eine Stunde nach Beginn der Bombardements ist laut Polizei eine nächtliche Standkundgebung in der Nähe der - großräumig abgeriegelten - US-Botschaft in der Boltzmanngasse abgehalten worden, der Veranstalter berichtete von rund 100 Teilnehmern.
Um 8.30 Uhr versammelten sich Schülerinnen und Schüler in der City am Stock-im-Eisen-Platz, um zur US-Botschaft zu ziehen. Die Jugendlichen protestierten mit Pfiffen und Transparent-Aufschriften wie "War Is Wrong Way To Create Our Future" gegen den Krieg. Eine Gruppe trug eine Art Vogelscheuche, die den US-Präsidenten George W. Bush darstellen sollte.
3.500 bis 8.000 Teilnehmer
Zu diesem "Schulstreik" und der Demo hatten Organisationen wie die SP-nahe Aktion Kritischer SchülerInnen sowie der Sozialistische Widerstand aufgerufen. Nach Angaben der Veranstalter waren rund 8.000 Schüler auf den Beinen, die Polizei sprach von 3.500 Teilnehmern. Im Wiener Stadtschulrat wurde betont, dass die Teilnahme unentschuldigtes Fernbleiben vom Unterricht bedeute.
Weiter Demo geplant
Eine weitere Protestkundgebung soll ab 17.30 Uhr auf dem Wiener Stephansplatz stattfinden. Aufrufe ergingen von zahlreichen Organisationen, von den Wiener Landesorganisationen von SP und Grünen über die Hochschülerschaft bis zu den Studentenverbänden VSStÖ und GRAS sowie Greenpeace. Für Freitag liegt der Polizei eine Anmeldung von privater Seite für eine Demo vor, die um 17.30 Uhr am Stock-im-Eisen-Platz beginnen und rund 1.000 Menschen bis zur US-Botschaft führen soll.
Groß-Kundgebung am Samstag
Für Samstag haben rund 120 Organisationen, darunter ÖGB, Katholische Aktion, Die Grünen und SPÖ Wien, zum "Sternmarsch für den Frieden" aufgerufen. Bis zu 20.000 Teilnehmer werden erwartet.
Die Veranstaltung mit dem Motto "Stoppt den Krieg" beginnt jeweils um 14.00 Uhr am West- und Südbahnhof sowie bei der Michaelerkirche in der Innenstadt, wo nach einer ökumenischen Gebetsstunde ein Schweigemarsch zum Treffpunkt der drei Demonstrationszüge am Ballhausplatz, dem Ort der Schlusskundgebung um 16.30 Uhr - u.a. mit den Schauspielern Karl Markovits und Harald Krassnitzer -, stattfinden soll. Bei den Auftaktkundgebungen vor dem Marsch werden Reden abgehalten, u.a. haben sich der Schriftsteller Josef Haslinger und Caritas-Chef Franz Küberl angesagt.
Die Routen führen an den Botschaften der USA (vom Westbahnhof aus), Großbritanniens und der Türkei (vom Südbahnhof aus) vorbei, wo jeweils politische Aktionen stattfinden werden. Die Marschstrecken in die Innenstadt wird die Polizei abschnittsweise sperren, Autofahrer sollten großräumig ausweichen.
Salzburg
Auch in der Stadt Salzburg fand gegen Mittag eine Demonstration gegen den Irak-Krieg statt. Rund 200 Schüler protestierten nach Angaben der Polizei vor dem amerikanischen sowie englischen Konsulat am Alten Markt und zogen dann zum italienischen in der Bergstraße. Die Veranstaltung verlief friedlich, wie die Exekutive mitteilte.
Steiermark
Auch die Steirische Friedensplattform, Parteien übergreifende Dachorganisation verschiedenster Organisationen und Initiativen, ruft am kommenden Samstag zu einer großen Protestaktion gegen den Irakkrieg in Graz auf: Am Hauptplatz wird es laut den Veranstaltern ein zweistündiges "Protest Sit-In" geben. Man wolle alles tun, "damit dieser Krieg auf Grund des internationalen Drucks so schnell wie möglich beendet werden muss und sich nicht zu einem Flächenbrand ausweitet", hieß es vorab.
Tirol
Zwei Tiroler Plattformen zur gemeinsamen Friedensdemonstration aufgerufen. Die Veranstaltung soll um 18.00 Uhr in der Innsbrucker Innenstadt abgehalten werden.
Vorarlberg
Auch in Vorarlberg regte sich am Donnerstag Widerstand gegen den Angriff der Amerikaner auf den Irak. Die Sozialistische Jugend (SJ) hat bei der Sicherheitsdirektion Vorarlberg für den Abend in Feldkirch eine Demonstration gegen den Irak-Krieg angemeldet. Die Teilnehmer marschieren um 18.00 Uhr vom Bahnhof in Richtung Stadtzentrum. Unter den Teilnehmern wird auch SPÖ-Landesvorsitzender Abg. Manfred Lackner sein, war zu erfahren.
Weltweit Hunderttausende auf der Straße
Wut und Empörung über den Irak-Krieg haben am Donnerstag weltweit hunderttausende Menschen auf die Straße getrieben. In Deutschland sammelten sich vor allem Schüler am Vormittag zu Protestveranstaltungen, allein in Berlin kamen nach Polizeiangaben mehrere zehntausend Schüler zusammen. Bundesweit waren bis zum frühen Nachmittag mehr als 100.000 Menschen auf der Straße. Besonders große Protestzüge gab es zunächst auch in Südeuropa, vor allem in Italien und Griechenland. Britische Kriegsgegner riefen nach dem Beginn der Bombardements zu "zivilem Ungehorsam" auf. In Australien und den USA wurden mehrere Demonstranten festgenommen.
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