USA setzen auf "Blitzkrieg", der Irak auf Straßenkampf
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Die Uhr tickt, der Irak-Krieg kommt auf jeden Fall - auch wenn sich Saddam Hussein dem von US-Präsident Bush gestellten 48-Stunden-Ultimatum beugt und ins Exil geht! Dann würde es keinen blutigen Krieg geben - sondern "nur" die Suche nach Massenvernichtungswaffen. Dass der Diktator flüchtet, ist aber sehr unwahrscheinlich. Deshalb sehen Strategen nur folgende Varianten: Den hochtechnologischen US-"Blitzkrieg" - und den irakischen Straßenkampf.
Blitzkrieg oder Straßenkampf
Während sich die Amerikaner auf ihr hochtechnologisches Waffensystem verlassen, werden Iraks Soldaten versuchen, ihre US-Gegner in innerstädtische Kampfhandlungen zu verwickeln. Hier finden Sie eine Übersicht wahrscheinlicher Kriegsszenarios:
USA
Die USA verfügen über ein gewaltiges Arsenal an hochtechnologischen Waffen: Marschflugkörper und Bomben, die etwa über Laser oder Satellit gelenkt werden. Zudem gibt es Bomben, die sich in unterirdische Einrichtungen wie Bunker eingraben können und erst dort explodieren. Andere Modelle legen mit einem elektronischen Impuls ihr Zielobjekt weitgehend lahm. Mit diesen Waffen könnten die USA versuchen, die psychologischen Effekte einer Atombombe zu simulieren, um die irakische Armee zu schockieren und womöglich zur Aufgabe zu bewegen. Ziel wäre es, Saddam und sein Umfeld zu isolieren, den Kampfeswillen der irakischen Armee zu schwächen und Überläufer zu ködern.
Im Golfkrieg 1991 folgte den fünfwöchigen Luftangriffen eine etwa 100-stündige Bodenoffensive der USA. Diesmal könnten die britischen und US-Truppen dank ihrer erwarteten Lufthoheit möglicherweise gleichzeitig oder aber frühzeitig eine Bodenoffensive starten. Mit Panzern, Truppentransportern und Luftlandetruppen könnte dies zu einer Zangenoffensive aus dem Norden in Richtung Bagdad und aus dem Süden auf die Stadt Basra und die südlichen Ölfelder des Irak führen.
Spezialtruppen, die schon in Afghanistan zum Sturz der radikal-islamischen Taliban beitrugen, sind sicherlich bereits im Irak, um Ziele zu identifizieren, Geheimdienstinformationen zusammenzutragen und Kontakt zu Oppositionellen aufzunehmen. Bei Beginn einer Invasion dürfte es auch zu ihren Aufgaben gehören, die mobilen Panzerabwehrraketen des Irak auszuschalten und gegen Saddam und sein Umfeld vorzugehen. Die USA haben rund 235.000 Soldaten in der Golf-Region zusammengezogen.
IRAK
Die Strategie des Irak dürfte es sein, für kleinere Überraschungen auf dem Schlachtfeld zu sorgen und den Gegnern mit einer Guerilla-Taktik zuzusetzen. Die Hoffnung dabei wird sein, dass in der Öffentlichkeit in den USA immer mehr tote US-Soldaten wahrgenommen werden und eine daraus erwachsende Antikriegsstimmung den Kampfeswillen der Invasoren schwächen könnte.
Saddam hat den Irak in vier Militärregionen aufgeteilt und seinen Sohn Kusai und drei andere Vertraute jeweils mit der Verteidigung beauftragt. Kusai wird für Saddams Hochburg Bagdad und die Region um Tikrit zuständig sein. Die irakische Armee hat etwa 350.000 Soldaten, aber viele ihrer Panzer und anderer Waffen gelten als veraltet. Spezialtruppen der besser ausgerüsteten Republikanischen Garden werden voraussichtlich in Bagdad stationiert. Rund 15.000 paramilitärische Sicherheitskräfte beschützen Saddam und die Staatsführung.
GROSSBRITANNIEN
Großbritannien hat etwa 45.000 Soldaten in der Golf-Region in Bereitschaft, den Flugzeugträger Ark Royal, weitere Kriegsschiffe und Flugzeuge. Die amerikanische und britische Marineinfanterie wird sich wahrscheinlich auf Basra konzentrieren. Sie werden wohl auch die südlichen Ölfelder sichern, damit der Irak sie nicht in Brand setzt, wie es 1991 beim Golf-Krieg in Kuwait geschah. Die Aufgabe der britischen Marine dürfte es sein, zu Land und zu Wasser anzugreifen sowie Minen zu räumen.
ANDERE STAATEN
Australien gilt als enger Verbündeter der USA und hat 2.000 Soldaten sowie Kampfflugzeuge und Kriegsschiffe in die Golf-Region entsandt. Polen will mit rund 200 Soldaten einen US-geführten Krieg gegen den Irak unterstützen. Auf Anfrage der USA haben Bulgarien, Tschechien, Rumänien, die Slowakei und die Ukraine angekündigt, Spezialeinheiten zur Abwehr atomarer, biologischer und chemischer Waffen zu schicken.
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