Serbien: Mitglied der Zemun-Mafia stellte sich Polizei
- Aus Furcht um sein Leben - Nicht an Djindjic-Mord beteiligt
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Ein Angehöriger der Mafia-Gruppe aus dem Belgrader Vorort Zemun, die von den Behörden der Ermordung des serbischen Regierungschefs Zoran Djindjic am 12. März beschuldigt wird, hat sich am Sonntag der Polizei gestellt. Nach Belgrader Medienberichten, die sich auf eine Regierungsaussendung berufen, ist das Mafia-Mitglied aber nicht selbst in die Ermordung von Djindjic verwickelt gewesen.
Der Mann soll sich der Polizei gestellt haben, weil seinen Angaben zufolge die Bosse der Mafia-Gruppe - Milorad Lukovic Legija und Dusan Spasojevic - entschlossen seien, alle möglichen Belastungszeugen und somit auch ihn zu töten.
In Zemun wurde in der vergangenen Nacht jenes Geschäftszentrum gesprengt und dem Boden gleich gemacht, das sich im Besitz der Mafia-Bosse befunden hatte. Das Geschäftszentrum war vor vier Jahren ohne Baugenehmigung errichtet worden, als in Zemun die Ultranationalisten des mutmaßlichen Kriegsverbrechers Vojislav Seselj an der Macht waren.
Der serbische Vizeministerpräsident Cedo Jovanovic erklärte, dass seit der Ermordung von Djindjic in Serbien bereits über 3.000 Personen festgenommen worden seien. Für mehr als 1.000 sei auch Untersuchungshaft angeordnet worden. Die Bosse der Mafia-Gruppe Lukovic und Spasojevic befinden sich weiterhin auf freiem Fuß.
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