UN-Gesandter für Nordkorea warnt vor Krieg mit USA
- Diplomat Strong rechnet mit weiteren "Provokationen"
- Beide wollen den Frieden, wissen aber nicht, wie
Der UN-Sondergesandte in Pjöngjang, Maurice Strong, hat vor einem Krieg zwischen den USA und Nordkorea gewarnt. "Keiner will den Krieg und doch könnte er eintreten, wenn die betroffenen Parteien keinen Weg finden, ihre Meinungsverschiedenheiten diplomatisch beizulegen", sagte Strong nach einem viertägigen Besuch in Nordkorea.
Beide Seiten wollten keinen Krieg, seien aber uneins, wie sie dies erreichen könnten. Angesichts des Irak-Krieges habe die Führung in Pjöngjang ihre Sorge erkennen lassen, zum Ziel künftiger Interventionen der USA zu werden. Deshalb sei auch in Zukunft mit "Provokationen" durch Nordkorea zu rechnen, sagte Strong.
Zuvor hatte Nordkorea die Einstellung der Gespräche zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit Südkorea verkündet. Grund sei die Unterstützung des Irak-Kriegs durch Seoul, zitierte die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap das nordkoreanische Radio Pjöngjang. Die innerkoreanischen Gespräche hatten nächste Woche in Pjöngjang stattfinden sollen. Nordkorea hatte die USA am Vortag beschuldigt, im Schatten des Irak-Krieges auch Nordkorea angreifen zu wollen. Seoul unterstützt den Krieg und will unter anderem Spezialisten wie Bauingenieure in den Irak entsenden.
Die jüngste Entscheidung Nordkoreas ist ein weiterer Rückschlag für die Bemühungen Seouls, den isolierten Norden in die internationale Staatengemeinschaft zu integrieren. Die Beziehungen zwischen dem stalinistisch regierten Nordkorea und den USA sind seit der Ankündigung Pjöngjangs vom Oktober, sein Atomprogramm wieder aufzunehmen, stark angespannt.
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