Samstag, 22. März 2003

Virus möglicherweise identifiziert

  • OÖ: Erster Verdachtsfall / Test zur Diagnose von SARS
  • Rettungs-Hotline in Wien eingerichtet: 01 / 711 19 - 10 00

Der tödliche SARS-Virus - jetzt wird ein erster Verdachtsfall aus dem oberösterreichischen Gmunden gemeldet. Die Untersuuchungen laufen. Wissenschaftler in Hongkong haben laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) offenbar das Virus der gefährlichen Lungenkrankheit SARS identifiziert.

Die von der Hongkonger Universität zugesandten Proben seien ein wichtiger Schritt bei den Bemühungen, die weltweite Ausbreitung des Schweren Akuten Atemwegssyndroms zu verhindern, teilte die WHO mit. Sie gäben auch wichtige Hinweise für die Behandlung von SARS-Kranken.

Der WHO-Virologe Klaus Stohr, der das weltweite Labor-Netzwerk koordiniert, sagte: "Wir können relativ sicher sein, dass wir jetzt den verursachenden Stoff gefunden haben." Einschränkend fügte er hinzu, dass lediglich das SARS-Virus identifiziert sei. "Wir wissen aber nicht, zu welcher Familie es gehört."

Fortschritte bei Diagnosetest
Die WHO meldete auch Fortschritte bei der Entwicklung eines Diagnosetests für SARS. Es müssten zunächst aber noch weitere Experimente vorgenommen werden, sagte ein WHO-Vertreter in Genf am Freitag. Falls diese erfolgreich verliefen, stünden die ersten Tests den wichtigsten Laboratorien schon in wenigen Tagen zur Verfügung. Am Samstag habe der Test bei acht Patienten zuverlässig funktioniert, hieß es.

Wieder SARS-Opfer in Hongkong
Unterdessen starb in Hongkong ein weiterer SARS-Patient, wie die dortigen Gesundheitsbehörden mitteilten. Dieser war bereits über 70 Jahre alt und litt zudem an einer Blutkrankheit, so dass die eigentliche Todesursache zunächst unklar war. In Hongkong waren zuvor bereits sechs Menschen an dem Schweren Akuten Atemwegssyndrom gestorben, die Zahl der Erkrankten stieg am Samstag auf 210, wie ein Sprecher des Prince-of-Wales-Krankenhauses mitteilte.

Weltweit sind nach WHO-Angaben seit dem 1. Februar wahrscheinlich mehr als 350 Menschen an SARS erkrankt und zehn bereits daran gestorben. Fünf ähnliche Todesfälle in der chinesischen Provinz Guangdong (Kanton) rechnet die WHO nicht dazu, sie lässt einen möglichen Zusammenhang zwischen den beiden Epidemien jedoch überprüfen.

Der chinesische Gesundheitsminister Zhang Wekang erklärte bei einem Besuch in Hongkong, für einen solchen Zusammenhang gebe es keine Beweise. Die Gesundheitsbehörden in Hongkong hatten am Donnerstag erklärt, der Ausbruch von SARS in der chinesischen Sonderzone lasse sich auf den Besuch eines infizierten Medizinprofessor aus China zurückführen. In seinem Hotel erkrankten sechs Gäste, die die Krankheit möglicherweise nach Vietnam, Singapur und Kanada trugen.

In Hongkong ist ein achter Patient an der gefährlichen Lungenkrankheit SARS gestorben. Damit stieg die Zahl der Todesfälle weltweit auf 13, wie die Gesundheitsbehörden am Sonntag mitteilten.

22.3.2003 07:32