Mittwoch, 19. März 2003

SARS offenbar von Arzt aus Südchina eingeschleppt

  • Verdachtsfälle jetzt auch in den USA - Bisher 14 Tote weltweit
  • Rettungs-Hotline in Wien eingerichtet: 01 / 711 19 - 10 00

Die mysteriöse asiatische Lungenentzündung, die sich über Hongkong nach Deutschland und andere Länder verbreitet hat, ist offenbar von einem Arzt aus Südchina nach Hongkong eingeschleppt worden. Das Schwere Akute Respiratorische Syndrom (SARS) hat nun möglicherweise auch die USA erreicht. Nach Angaben der Behörden gibt es dort elf Verdachtsfälle.

Die Gesundheitsbehörden von Hongkong identifizierten einen 64-Jährigen, der krank aus der südchinesischen Provinz Guangdong in die Stadt gekommen sei und mehrere Menschen angesteckt habe. Er ist inzwischen gestorben.

Guangdong an der Grenze zu Hongkong ist seit November von einer Epidemie ganz ähnlicher Lungenentzündungen heimgesucht worden. Ein direkter Zusammenhang zu den Erkrankungen weltweit war bisher nicht nachgewiesen worden. Mehr als 300 Menschen wurden in der Südprovinz infiziert, mindestens fünf starben. Hongkongs Gesundheitsministerin Margaret Chan sah "zu diesem Zeitpunkt gute Beweise", die darauf hindeuteten, dass die Krankheit aus der Volksrepublik nach Hongkong eingeschleppt worden sei.

Berichte über zwei Patienten mit atypischen Lungenentzündungen in einem Pekinger Krankenhaus sowie den Tod von zwei der Patienten in einem Militärspital der Hauptstadt wurden am Donnerstag offiziell nicht bestätigt. Ein Arzt sagte, er habe von den Todesfällen gehört, aber keine offizielle Mitteilung darüber gesehen. Der Direktor des Militärhospitals bestritt die Angaben. Die Behörden sind besorgt, dass eine Panik wie im Februar in Guangdong ausbrechen könnte.

Der Arzt, der die Krankheit am 22. Februar nach Hongkong gebracht haben soll, hat nach Behördenangaben im selben Hotel wie zwei kanadische Touristen und drei Besucher aus Singapur gewohnt, die später erkrankten. Eine 78-jährige Kanadierin starb nach ihrer Rückkehr nach Toronto. Die Bürger aus Singapur infizierten nach ihrer Heimkehr mehrere Menschen, darunter den Arzt, der später mit seiner inzwischen ebenfalls erkrankten Frau nach Frankfurt flog. Dem Paar sowie der ebenfalls erkrankten Mutter der Frau geht es immer besser. Sie haben kein Fieber mehr. Weitere bestätigte Fälle gibt es in Deutschland derzeit nicht.

Die US-Gesundheitsbehörde CDCP teilte am Mittwoch mit, es gebe in den Vereinigten Staaten elf Verdachtsfälle. Es handle sich um Leute, die vor kurzen nach Asien gereist waren und dann Fieber und Atemwegsprobleme entwickelt hätten.

Nach jüngsten Angaben der Weltgesundheitsorganisation sind inzwischen weltweit 14 Menschen an dem Schweren Akuten Atemwegssyndrom (SARS) gestorben. Die meisten der über 250 Verdachtsfälle wurden bisher aus Hongkong, Vietnam und Singapur gemeldet.

19.3.2003 09:07