Dienstag, 18. März 2003

Afrikanische Union: Sanktionen gegen Zentralafrika

  • Nach Putsch: Mitgliedschaft soll suspendiert werden

Nach dem Militärputsch in der Zentralafrikanischen Republik will die Afrikanische Union (AU) Strafen gegen die neuen Machthaber in Bangui verhängen. Der Umsturz vom Wochenende wurde von sämtlichen AU-Mitgliedstaaten verurteilt.

Die Botschafter empfahlen demnach, die Mitgliedschaft der Zentralafrikanischen Republik in allen entscheidenden Organen der Union auszusetzen, bis "die verfassungsmäßige Ordnung wieder hergestellt" sei.

Am Flughafen der Hauptstadt Bangui wurden unterdessen 300 französische Soldaten stationiert. Sie sollten nach Angaben des französischen Generalstabs die Sicherheit und Evakuierung der Ausländer garantieren. Nach einer ersten Übersicht vom Montagabend wurden zunächst 230 Ausländer außer Landes gebracht. Die US-Regierung bat Frankreich, auch die Sicherheit von US-Bürgern zu gewährleisten.

Der frühere Heereschef General Francois Bozize' hatte sich am Sonntag zum neuen Staatspräsidenten ausgerufen. Er setzte die Verfassung außer Kraft und löste Parlament und Regierung auf. Die Anhänger des ehemaligen Heereschefs, der 2001 in das Nachbarland Tschad geflüchtet war, hatten sich am Samstag der Hauptstadt Bangui bemächtigt. Der bisherige Staatspräsident Ange-Felix Patasse' befand sich zum Zeitpunkt des Umsturzes in Kamerun. Er hatte zuvor an einer Konferenz mit anderen afrikanischen Regierungschefs in Niger teilgenommen. In einer Ansprache im staatlichen Rundfunk begründete General Bozize den Putsch mit der "Unfähigkeit der Regierung, ihrer Verantwortung nachzukommen". Er versprach "eine Regierung des Friedens und der nationalen Versöhnung".

18.3.2003 13:21