SARS-Seuche: 4 neue Verdachtsfälle in der Schweiz!
- Deutschland: 2 "SARS"-Fälle / Bereits 9 Tote und 500 Erkrankte
- Rettungs-Hotline in Wien eingerichtet: 01 / 711 19 - 10 00
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Seuche schneller als erwartet
Alarm in der Schweiz und in Spanien: Fünf neue Verdachtsfälle der mysteriösen Lungenkrankheit SARS sind bekannt geworden. Eine schweizer Familie wurde isoliert, die Untersuchungen laufen. In Spanien ist eine Person erkrankt. In Deutschland wurde die Seuche in der Zwischenzeit definitiv nachgewiesen. Bei dem in Frankfurt am Main behandelten Arzt aus Singapur und dessen Ehefrau bestätigte sich der Verdacht der lebensgefährlichen Krankheit. In Österreich konnten hingegen zwei Verdachtsfälle entkräftet werden.
Bei der Schwiegermutter des 32-jährigen sei eine Infektion zwar nicht sicher, aber sehr wahrscheinlich. Der Arzt, der seit zehn Tagen Fieber hat, hatte mittlerweile Normaltemperatur. Der Zustand seiner schwangeren Ehefrau sei dagegen "kritisch".
Der Arzt, der in Singapur zwei SARS-Patienten behandelt hatte, und die beiden Frauen waren am Samstag in Frankfurt auf die Isolierstation des Uniklinikums gekommen. Sie hatten sich auf dem Rückweg von New York nach Singapur befunden.
Für die fünf Patienten, die in Leipzig mit Verdacht auf SARS behandelt wurden, gab es dagegen Entwarnung. Bei einem weiteren Betroffenen in Berlin herrschte vorerst ebenso Unklarheit wie in Baden-Württemberg, wo ein Mann erkrankte, der zuvor in Sri Lanka war.
Alarm in der Schweiz
Auch im Schweizer Kanton Freiburg sind vier Verdachtsfälle des Schweren Akuten Atemnotsyndroms (SARS) gemeldet worden. Die betroffene Familie wurde in ihrem Haus isoliert und ohne Spitaleinweisung behandelt. Die Patienten würden sich auf dem Weg der Besserung befinden.
Bei einem 37-jährigen Mann sind nach seiner Rückkehr von einer Reise durch Taiwan, Hongkong und Vietnam Symptome der neuen tödlichen Lungenentzündung festgestellt worden. Auch seine 36-jährige Ehefrau sowie die vier und sechs Jahre alten Kindern zeigen SARS-Anzeichen, wie die Direktion für Gesundheit und Soziales des Kantons Freiburg am Dienstag mitteilte.
Die Krankheit sei zwei, drei Tage nach der Rückkehr des Mannes bei der ganzen Familie ausgebrochen, sagte Claudia Lauper von der Gesundheitsdirektion. Die Betroffenen stehen seit Sonntag in ärztlicher Behandlung. Außer dem Hausarzt habe niemand das Haus betreten dürfen.
Verdachtsfall auch in Spanien
In Spanien ist möglicherweise ein erster Fall der mysteriösen asiatischen Lungenentzündung (SARS) aufgetreten. Wie Gesundheitsministerin Ana Pastor am Dienstag in Madrid mitteilte, wies ein Mann in der Stadt Badajoz im Südwesten des Landes die typischen Symptome der Krankheit auf. Der 38-Jährige war nach einem Bericht des staatlichen Fernsehens Ende Februar von einer China-Reise zurückgekehrt.
Wiener Verdachtsfälle entkräftet
Bei den beiden österreichischen Verdachtsfällen, die beide in Wien auftraten, habe sich laut Hrabcik jenes Informationsblatt bewährt, das Flugpassagieren übergeben wird, die aus betroffenen asiatischen Ländern in Wien ankommen: Beide Reisenden waren dabei noch ohne Symptome, haben sich danach aber danach selbst bzw. durch Angehörige bei den zuständigen Stellen.
In Österreich werden bei Landungen und Abflügen in die betroffenen Länder Flugblätter mit gezielten Informationen an die Reisenden verteilt. Aber auch das medizinische Personal wird über das Phänomen SARS aufgeklärt, Isolierbetten bereitgestellt.
Bei den sehr allgemeinen Anfangssymptomen müsse der alte medizinische Grundsatz gelten, dass ein Verdacht so lange aufrecht bleibt, bis das Gegenteil ausgeschlossen ist. - Etwa durch die Diagnose Influenza oder bakterielle Lungenentzündung.
Damit nicht jeder, der sich eine Grippe eingefangen hat, zu heller Aufregung führt, gehört laut Hrabcik zu den Symptomen noch zusätzlich ein Aufenthalt in einem "verdächtigen" Land oder zumindest der enge Kontakt mit einem solchen Reisenden dazu.
Verdacht in den USA
Auch in Los Angeles gibt es neuerdings einen Verdachtsfall, vier insgesamt in den USA (Kasten). In Australien sind 20 Fälle unter Beobachtung.
Verdachtsfälle in Europa und Australien
Auch in Kliniken von Großbritannien, Frankreich, Slowenien und Australien lagen Patienten mit Verdacht auf diese Lungenentzündung. In Kanada werden zehn Menschen wegen SARS-Verdacht beobachtet, in Australien, das enge Beziehungen und eine hohe Reise-Dichte in asiatische Länder hat, sind es zwanzig.
Hongkong in Angst
In Hongkong hat ein sprunghafter Anstieg der Verdachtsfälle neue Ängste vor der Krankheit ausgelöst. Allein in Hongkong stieg die Zahl der mit SARS-Verdacht in Krankenhäuser gebrachten Menschen am Montag von 41 auf 95, berichteten die Behörden. Insgesamt standen rund 150 Menschen u.a. in Hongkong, Vietnam und Singapur unter Quarantäne. Auch die 83 Passagiere, die mit dem infizierten Singapurer Arzt in dem Flieger saßen, sollten bis Samstag ihr Haus nicht verlassen.
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