Samstag, 22. März 2003

FPÖ-Erfolg bei Bürgermeister-Stichwahlen in Kärnten

  • Haupt und Bleckmann gratulieren
  • Nun 21 statt bisher 17 FP-Bürgermeister

Einen unerwartet klaren Erfolg im Gegensatz zu den Gemeinderatswahlen vom 9. März brachten am Sonntag der FPÖ die Bürgermeister-Stichwahlen in Kärnten: Während nämlich die Freiheitlichen vor zwei Wochen landesweit 6,9 Prozent an Stimmen einbüßen mussten, stellen sie jetzt insgesamt 21 anstatt bisher 17 Gemeindechefs. Die SPÖ musste einen Bürgermeister abgeben und hält bei 70, die ÖVP verlor zwei und hat 27. Die restlichen 14 der insgesamt 132 Kärntner Bürgermeister stellen Vertreter von Namenslisten. Gratulationen zum Ausgang der Bürgermeister-Stichwahl in Kärnten gab es am Montag von FPÖ-Bundesparteiobmann Herbert Haupt.

FP-Generalsekretärin Magda Bleckmann bezeichnete das Ergebnis als "höchst erfreulich". Für Bleckmanns ÖVP-Amtskollegen Reinhold Lopatka zeige das Resultat, dass die ÖVP "die Bürgermeisterpartei" sei.

"Von Herzen" gratulierte Haupt Montag früh in einer Parteiaussendung den siegreichen FP-Kandidaten. Dabei hob er besonders Marie-Luise Mittermüller hervor, die als erste Freiheitliche in Österreich ein Bürgermeisteramt erringen konnte, und zwar in Steindorf am Ossiacher See (Bezirk Feldkirchen). Haupt: "Man hat bei dieser Bürgermeister-Stichwahl ganz klar gesehen, dass wir überall dort gewinnen können, wo eine gute Leistung erbracht wurde." Dies sollten sich all jene ins Stammbuch schreiben, die sich bisher mit internen Querelen und Streitereien beschäftigt und die Menschen vernachlässigt hätten.

FPÖ-Erfolg bei Bürgermeister-Stichwahlen
Ein im wahrsten Sinne des Wortes "Foto-Finish" (Zitat Bürgermeister Scheucher, Anm.) gab es in der Landeshauptstadt Klagenfurt, wo sich der amtierende Bürgermeister Harald Scheucher von der ÖVP mit einem knappen Vorsprung von nur 717 Stimmen oder 1,8 Prozentpunkten gegen seinen SP-Herausforderer, Vizebürgermeister Ewald Wiedenbauer, durchsetzte. Dieser konnte seinen im ersten Wahlgang erzielten Überraschungserfolg nicht in einen wirklichen Sieg ummünzen.

Feldkirchen geht an SPÖ
In Feldkirchen verlor die FPÖ mit Walter Puff ihren einzigen Bürgermeister in einer Kärntner Bezirksstadt und den - neben der Ski-Metropole Kitzbühel - Österreich-weit zweiten. Der als äußerst volksnaher Politiker geltende Puff unterlag in der Stichwahl dem SP-Kandidaten Robert Strießnig - Bürochef von Landesrätin Gabriele Schaunig-Kandut - klar und kündete danach seinen Rücktritt aus der Kommunalpolitik an: "24 Jahre sind genug."

Bleiburg geht an SPÖ
In der Unterkärntner Stadt Bleiburg (Bezirk Völkermarkt) gab es eine handfeste Überraschung: ÖVP-Bürgermeister Raimund Grilc, einer der beliebtesten Kommunalpolitiker und Vertreter eines Dialoges zwischen der deutsch- und slowenischsprachigen Volksgruppe, wurde abgewählt. Neuer Stadtchef ist der Sozialdemokrat Stefan Visotschnig, der nach dem ersten Wahlgang vor zwei Wochen noch an der zweiten Stelle gelegen war.

Eine Ära ging auch in Steinfeld (Bezirk Spittal/Drau) zu Ende, wo FPÖ-Abgeordneter Franz Schwager 29 Stimmen für eine dritte Legislaturperiode fehlten. Neuer Bürgermeister ist Ewald Tschabitscher von der SPÖ.

Slowenische Einheitsliste geht leer aus
Die slowenische Einheitsliste, die zum ersten Mal bei Bürgermeister-Direktwahlen zwei Kandidaten in die Stichwahl gebracht hatte, ging leer aus. In Globasnitz musste sich der Obmann des Rates der Kärntner Slowenen, Bernard Sadovnik, dem amtierenden SPÖ-Bürgermeister Paul Robnig geschlagen geben. In Feistritz ob Bleiburg verlor Marian Pecnik die Stichwahl gegen Friedrich Flödl von der Namensliste LFA.

22.3.2003 22:54