Alle neun Stunden ein Verkehrstoter in Österreich
- Experten: Sichere Straßen erfordern finanzielle Mittel

Alle neun Minuten wird in Österreich eine Person im Straßenverkehr verletzt, alle neun Stunden stirbt jemand, erklärte Klaus Robatsch, Verkehrsplaner des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV) heute, Freitag. Auf einer Pressekonferenz im Rahmen der Initiative "Sichere Straßen" legten Experten ihre Forderungen dar. Ohne die nötigen finanziellen Mittel sei etwa der Verfall der Straßen nicht zu verhindern, sagte Johann Litzka vom Institut für Straßenbau und Straßenerhaltung der Technischen Universität Wien.
Rund vier Milliarden Euro jährlich macht der volkswirtschaftliche Schaden der Verkehrsunfälle aus, so Robatsch. Seit 1996 seien die Unfallzahlen um elf Prozent gestiegen. Damit liege Österreich bei den Schlusslichtern in Europa. Rund 400 Tote weniger pro Jahr könnten erzielt werden, wenn die Straßen ähnlich sicher wären wie etwa in England uns Schweden.
Schon bei der Planung von Straßen soll eine Prüfung durch Fachleute erfolgen, forderte der KfV-Experte. Eine regelmäßige Sicherheitskontrolle sei ebenso wichtig, wie die Verpflichtung der Straßenerhalter, Unfallhäufungsstellen zu analysieren und sanieren. Zumindest einem einheitlichen Mindeststandard müssten Fahrbahnen entsprechen, so Litzka. Schäden wie Risse seien zwar für Autofahrer erkennbar, nicht aber eine Veränderung der Griffigkeit. Aus Tempo 80 beträgt der Bremsweg auf trockener Fahrbahn rund 30 Meter, errechnete der Experte. Auf nasser aber griffiger Fahrbahn steht ein Wagen nach 40 Meter. Eine nasse und glatte Oberfläche verlängert aber den Bremsweg auf rund 100 Meter.
Die Veränderung der Oberfläche kann laut Litzka exakt vorherberechnet werden, um rechtzeitig reagieren zu können. Allerdings seien auch Politiker gefordert: "Zur rechtzeitigen Planung ist auch die Bereitstellung der Mittel erforderlich". Einen Anteil an der Hebung der Verkehrssicherheit haben aber auch die Lenker: "Viele Sicherheitsverbesserungen werden von den Autofahrern überkompensiert", so der Fachmann. Moderne Fahrzeuge würden oft nicht ausreichend über die Reserven informieren, die Folge wäre nicht angepasste Geschwindigkeit.
Für den Verkehrstechniker des ÖAMTC, Roman Michalek, stellen der Lückenschluss bei "Sparautobahnen" und Neubauten im hochrangigen Netz rund um Wien einen wichtigen Schritt in Richtung sichere Straßen dar. Auch die Errichtung einer zusätzlichen Fahrspur bei überlasteten Autobahnen wie es bei West- und Südautobahn gemacht wird, bringe mehr Sicherheit.
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