Mord an Wiener Prostituierter geklärt
- 26-jähriger pakistanischer Staatsbürger gestand die Tat
Nach dem am vergangenen Dienstag entdeckten Mord an der Wiener Prostituierten Margarete R. (57) hat die Kriminalabteilung NÖ (KA NÖ) einen raschen Ermittlungserfolg gelandet. Hinweise aus der Rotlichtszene führten zu den beiden pakistanischen Zeitungsverkäufern Nasir M. (24) und Shahzad K. (25), die am Freitag festgenommen wurden. M. beschuldigte zunächst seinen Freund der Täterschaft, ehe er schließlich gestand, die Frau allein erdrosselt zu haben.
Nach den ersten Angaben des Hauptverdächtigen hätten beide mit der Frau in deren Auto sexuellen Kontakt gehabt, ehe K. sie von hinten mit ihrem eigenen Gürtel erdrosselt hätte. Um die Beteiligung seines Komplizen glaubwürdig zu untermauern, berichtete der Verdächtige von drei gemeinsam verübten Raubüberfällen auf einen Supermarkt, eine Tankstelle und eine Trafik in Wien-Leopoldstadt.
Zur Tatzeit nicht in Wien
Laut NÖ Sicherheitsdirektion gestand der 25-Jährige in der Folge die Raubdelikte, bestritt die Tat aber vehement. Die Überprüfung seines Alibis bestätigte, dass er zur tatkritischen Zeit - in der Nacht auf den 18. März - nicht in Wien war.
"Probleme beim Geschlechtsverkehr"
Mit dieser Tatsache konfrontiert legte Nasir M. ein Geständnis ab. Er hatte die Prostituierte am Montagabend (17. März) in der Nähe seines Wohnortes in Wien-Leopoldstadt - am Straßenstrich im Prater - aufgesucht. Nach Vereinbarung der Bezahlung (35 Euro, Anm.) stieg er in ihr Auto. Nachdem er laut Aussendung Probleme beim Geschlechtsverkehr hatte, verlangte er ein zweites Mal, was die Frau aber ablehnte. Als er neuerlich bezahlen wollte, stellte er fest, dass er kein Geld mehr hatte.
Nun geriet er in Rage, weil ihm die 57-Jährige nach seiner Meinung zu viel Geld für ihre Dienste abgenommen hatte. Es kam zu Handgreiflichkeiten, M. nahm einen auf der Rückbank liegenden Gürtel und erdrosselte die Frau auf dem Fahrersitz. Danach zerrte er den Leichnam in den Fußraum des Beifahrersitzes, setzte sich ans Steuer und fuhr nach Oberwaltersdorf (Bezirk Baden), wo er die Tote unmittelbar neben der Landstraße deponierte. Danach kehrte er nach Wien zurück, parkte den Wagen und nahm die Handtasche des Opfers mit 130 Euro Bargeld, deren Handy und den Autoschlüssel an sich. Mobiltelefon und Schlüssel wurden bei der Hausdurchsuchung sichergestellt.
Gaspistole in Wohnung gefunden
In der Wohnung des Raubkomplizen fanden die Ermittler die bei den Überfällen verwendete Gaspistole. Weiters wurde bekannt, dass seine 14-jährige Freundin vor drei Wochen ein Kind von ihm bekommen hat, zum Zeitpunkt der Zeugung also noch unmündig war. Beide Verdächtigen wurden über richterlichen Auftrag in die Justizanstalt beim Landesgericht Wiener Neustadt eingeliefert.
Die spärlich bekleidete Tote war am vergangenen Dienstag von einem Passanten in einem Gebüsch gefunden worden. Zu diesem Zeitpunkt lag der Wiener Polizei bereits eine Abgängigkeitsanzeige vor. Der Lebensgefährte konnte die - seit 20 Jahren ihrem Gewerbe nachgehende
- Frau, die die gemeinsame Wohnung in Wien-Simmering am Montag gegen 23.00 Uhr verlassen hatte, ab 1.00 Uhr früh telefonisch nicht mehr erreichen. Im Zuge der Erhebungen nach dem Mord gaben Kolleginnen an, sie hätten die Prostituierte zuletzt gesehen, als sie gegen 0.30 Uhr mit einem Kunden - einem mit einer gelben Jacke bekleideten Ausländer - in ihren Wagen stieg. Dieser Hinweis führte zu den Zeitungsverkäufern.
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