Montag, 17. März 2003

Jörg Haider präsentierte heute in Wien sein Irak-Buch

  • Landeshauptmann berichtet über seine Besuche bei Hussein

Auf dem Höhepunkt der internationalen Irak-Krise hat der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider am Mittwoch in Wien sein Buch "Zu Gast bei Saddam - Im 'Reich des Bösen'" präsentiert. Haiders Auftritt im traditionsreichen Wiener Presseclub Concordia fand praktisch zeitgleich mit einer Pressekonferenz von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) zum bevorstehenden EU-Gipfel in Brüssel statt. Haider hatte den Irak im Vorjahr drei Mal besucht und war auch mit dem irakischen Staatschef Saddam Hussein zusammengetroffen.

Der Irak-Besuch Haiders im Februar 2002 wurde von der irakischen Propaganda ausgeschlachtet: Haider habe "die Freundschaft des österreichischen Volkes" mit dem Irak überbracht und die "Weise Führung Saddams" gewürdigt, meldete die Nachrichtenagentur INA. Das US-Außenministerium zeigt sich über den "unangebrachten und kontraproduktiven" Besuch besorgt. Weitere Bagdad-Besuche Haiders folgen im Mai und im November.

Laut Werbetext des Ibera-Verlages beschreibt Haider "ohne falsches Pathos, spannend, informativ und mit viel Einfühlungsvermögen für die prekäre Lage der arabischen Welt nach dem 11. September 2001 seine Erlebnisse und Erfahrungen im Morgenland." "Wie kein anderer westlicher Politiker vor ihm fand der Kärntner Landeshauptmann in vielen Gesprächen direkten Zugang zur irakischen Staatsführung, allen voran Saddam Hussein", heißt es in einer Vorankündigung des Verlags.

Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Profil" kritisiert Haider in seinem Buch "die unmenschlichen Folgen der UNO-Sanktionspolitik" für die irakische Zivilbevölkerung und die "politisch-ökonomische Doppelmoral" der USA und ihrer Verbündeten. Das Buch soll laut "Profil" auch heftige Kritik an der österreichischen Außenpolitik enthalten - vor allem an Bundeskanzler Schüssel und Außenministerin Benita Ferrero-Waldner (V).

17.3.2003 17:48