Freitag, 14. März 2003

BMW startet Pkw-Produktion in China

  • Peking genehmigt Joint-Venture-Fabrik in Shenyang
  • Jährlich Bau von 30.000 Autos geplant

BMW will ab Herbst Autos in China bauen und so den am schnellsten wachsenden Automarkt der Welt erobern. Die Regierung in Peking habe das Joint-Venture-Werk in Shenyang am Freitag genehmigt, sagte BMW-Chef Helmut Panke in München. Schon 2006 sollen dort jährlich 30.000 BMW 3er und 5er für den lokalen Markt vom Band laufen.

Langfristiges Ziel sei eine ähnlich erfolgreiche Entwicklung wie in den USA.

BMW und sein chinesischer Partner Brilliance halten je die Hälfte an dem BMW-Werk, das Teile der neu errichteten Brilliance-Fabrik in der ostchinesischen Metropole Shenyang übernimmt. Ab Herbst sollen dort BMW 3er, später auch die neuen 5er-Modelle gebaut werden. Bis 2005 wollen die Partner zusammen eine halbe Milliarde Euro in das Werk investieren und 3.000 Mitarbeiter beschäftigen.

"Das Wachstum im Automarkt wird in den nächsten Jahren in Asien statt finden", sagte Panke. BMW wolle seinen Absatz dort in den nächsten fünf Jahren verdoppeln auf 150.000 Fahrzeuge.

Der Absatz in China verdopple sich gegenwärtig alle zwei Jahre, erklärte der Vorstandschef. Der BMW-Absatz wachse sogar noch stärker, der Konzern habe vergangenes Jahr schon 6.700 BMW 5er und 7er verkauft. Asien-Vertriebschef Lüder Paysen erklärte, wegen der extrem hohen Importabgaben koste ein 3er-BMW in der Volksrepublik doppelt so viel wie in Deutschland. Mit der Produktion im Land würden BMW-Autos für eine halbe Million potenzielle Käufer attraktiver. Panke sagte: "Unser Ziel ist es, bei Privatkunden eindeutig Premiumanbieter Nummer 1 in China zu sein."

Die erst 1992 gegründete Aktiengesellschaft Brilliance ist chinesischer Marktführer bei Minibussen und an den Börsen in Hongkong und New York notiert. Der Joint-Venture-Vertrag hat eine Laufzeit von 15 Jahren.

14.3.2003 13:21