Konkursverfahren über EMTS Austria eröffnet
- Alle 190 Mitarbeiter beim AMS-Frühwarnsystem angemeldet
- Erste Gläubigerversammlung am 27. März
·Neuer Verdacht
FORMAT: EMTS-Umsatz manipuliert!
Das Handelsgericht Wien hat das Konkursverfahren über die Österreich-Tochter des Handy-Dienstleisters EMTS eröffnet, teilte der Kreditschutzverband von 1870 (KSV) mit. Von der Insolvenz der EMTS Austria GmbH sind rund 190 Mitarbeiter betroffen.
Derzeit werde geprüft, ob Teilbereiche des Unternehmens - möglicherweise über eine Veräußerung - am Leben erhalten werden könnten oder die vollständige Liquidation der EMTS Austria vorzunehmen sei, hieß es in der Pressemitteilung. Sämtliche Mitarbeiter seien bereits beim Frühwarnsystem des AMS angemeldet worden. Die Mehrheit der Mitarbeiter ist in der Handyfabrik in Parndorf beschäftigt, der Rest in den EMTS-Standorten in Wien, Salzburg, Linz, Innsbruck und Graz.
Die Anmeldefrist für Gläubiger läuft laut KSV bis 13. Mai 2003, die erste Gläubigerversammlung wurde für den 27. März festgesetzt. Die Berichts- und Prüfungstagssatzung wurde für den 27. Mai anberaumt. Als Masseverwalter wurde Karl Engelhart bestimmt. Dem Masseverwalter sei auch ein Gläubigerausschuss zur Seite gestellt worden, in dem auch der KSV vertreten sei, hieß es.
Insolvenz war nicht abzuwenden
Nach der Aufkündigung des Vertrags mit dem Handyhersteller Nokia, mit dem rund 60 Prozent des Umsatzes gemacht wurden, sei "eine Insolvenz nicht abzuwenden" gewesen, hatte es gestern geheißen. Der Umsatz der EMTS Austria GmbH betrug 2002 rund 18,2 Mio. Euro, etwa 15 Prozent des Gesamtumsatzes der EMTS-Gruppe.
Nokia hatte Anfang Februar alle Kooperationsverträge mit der EMTS in allen 11 Ländern mit Wirksamkeit Ende Juli 2003 gekündigt, da der weltgrößte Handyhersteller nach eigenen Angaben mit der Reparaturleistung von EMTS unzufrieden war. Anfang März hatte EMTS angekündigt, seine Tochtergesellschaften in den Niederlanden, Frankreich und Schweden in Konkurs schicken zu müssen, zuvor war der Rückzug aus der Schweiz und Monaco angekündigt worden. In Norwegen und Estland sieht EMTS die Lage als "sehr angespannt".
Gegen den Salzburger Handy-Dienstleister waren im Jänner Vorwürfe wegen Bilanzmanipulation aufgetaucht, der neue Vorstand beauftragte in Folge die Wirtschaftsprüfungskanzlei KPMG mit einer Prüfung der Vorwürfe. Nach einem aktuellen "Format"-Bericht finden sich im Rohbericht der KPMG schwere Vorwürfe gegen das frühere Management. So soll ein Vorstand nachweislich das Schönen von Umsatzzahlen von Tochterfirmen angeordnet haben.
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