Universal: Songs zuerst in Computerspiel veröffentlicht
- Game-Promotion soll Jugend besser erreichen
- Wrestling-Game mit HipHop-Stars
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Das Musiklabel Island Def Jam, eine Tochter des Marktführers Universal Music Group, hat erstmals Songs nicht im Radio, sondern in einem Computerspiel erstveröffentlicht. Das ist eine für die Musikindustrie neue Vorgangsweise bei der Promotion neuer Musik, berichtet die New York Times. Üblicherweise werden neue Songs vier bis sechs Wochen vor ihrem Erscheinen auf CD im Radio veröffentlicht.
Mit Island Def Jam bringt erstmals ein Major Label neues Songmaterial von zwölf Hip-Hop-Stars des Labels in Form eines Computergames auf den Markt. Einige Monate später sollen CD-Alben der zwölf Rapper erscheinen.
"Man müsste völlig den Kontakt zur Straße verloren haben, um nicht zu merken, wie wichtig Computerspiele für Kids sind", erklärt Lyor Cohen, Chef von Island Def Jam, das Beschreiten neuer Wege bei der Promotion. Musik und Games seien die beiden wichtigsten Beschäftigungen der Kids, vor allem bei Burschen zwischen elf und 25 Jahren. Ein Musiklabels dürfe den Anschluss an den Lifestyle der Jugend nicht verlieren. Mit Games könne eine Begeisterung für die Musik von der Straße her geschaffen werden.
Drei Spiele sollen Alben promoten
Der Deal mit Electronic Arts (EA) sieht eine Serie von drei Spielen vor, die künftige Musikalben promoten sollen. Das erste Spiel in dieser Reihe erscheint laut NYT am 1. April und wird "Vendetta" heißen. In dem Wrestling-Spiel treten zwölf Rapper, darunter DMX, Method Man, Redman, Scarface, Ghostface Killah, Ludacris und Capone, als Wrestler im Ring gegen ihre Konkurrenten an. Die Spieler können die Rollen ihrer Stars übernehmen und dazu der neuesten Musik lauschen. Alle zwölf Künstler werden nach dem Sommer neue Alben präsentieren. Bisher waren Game-Soundtracks schon zuvor auf CD oder im Radio veröffentlicht worden.
Einbruch bei CD-Verkaufszahlen
Im vergangenen Jahr sind die CD-Verkäufe zum zweiten Mal in Serie deutlich eingebrochen. Die Musikindustrie weist die Schuld eindeutig CD-Brennern und Online-Tauschbörsen zu. Analysten verweisen aber darauf, dass die CD zunehmend auch Konkurrenz von DVD sowie Computer- und Konsolenspielen erfährt. Die Game-Industrie wächst hingegen ständig. Analysten sehen in dem Vorhaben daher einen logischen Schritt. (pte/red)
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