JoWooD dementiert Übernahmegerüchte
- Restrukturierung geht weiter
- PC-Spielehersteller will an eigenständiger Struktur festhalten
Der steirische Computerspiele-Produzent und -Händler JoWooD dementiert Übernahmegerüchte. "Im Gegensatz zu anders lautenden Gerüchten in österreichischen Wirtschaftsmedien hält JoWooD Productions Software AG an einer Betriebsfortführung unter eigenständiger Struktur fest", teilt das Unternehmen mit.
Eine "engere Zusammenarbeit mit Partnern" werde angestrebt, sei allerdings mittelfristiges Ziel und stehe derzeit nicht im Fokus des Restrukturierungskonzepts. An dem im Jahr 2002 begonnenen Restrukturierungskonzept werde festgehalten, die Umsetzung laufe plangemäß, so JoWooD weiter.
Das "WirtschaftsBlatt" hatte berichtet, der angeschlagene Computerspielehersteller stelle sich bereits auf eine Übernahme ein. Mit einem strategischen Partnern werde bereits über einen Einstieg verhandelt. Auch eine Übernahme sei möglich, spekulierte das Blatt. Dabei zitierte das Wirtschaftsblatt JoWooD-Finanzvorstand Manfred Pistauer: "Sie sind bedeutend größer als wir und an uns herangetreten", wird zitiert. Wer dieser Interessent ist, wollte Pistauer nicht nennen, so die Zeitung weiter. Dem "WirtschaftsBlatt" sei aber bekannt, dass JoWooD-Chef Andreas Tobler über gute Kontakte zur französischen Infogrames verfügt. Die beiden Unternehmen waren bereits durch eine gemeinsame Vertriebstochter, Dynamic Systems, miteinander verbunden.
Kapitalerhöhung beantragt
Wie bereits am Mittwoch mit Veröffentlichung einer Einladung zur Hauptversammlung bekannt wurde, plant JoWooD Ende März die Beantragung einer neuerlichen Kapitalerhöhung. Bis zu fünf Millionen junge Aktien zum Stückpreis von einem Euro sollen genehmigt werden. Das Grundkapital soll damit von derzeit 10,7 Mill. Euro auf bis zu 15,7 Mill. Euro aufgestockt werden. Übernimmt der neue Partner alle jungen Aktien, käme er auf knapp mehr als 30 Prozent der Anteile. Damit müsste es in diesem Fall auch ein Übernahmeangebot für alle übrigen Aktionäre geben, was in einen Börserückzug münden könnte.
Seite Anfang 2002 in der Krise
JoWood war im Jahr 2002 in die Krise geraten, weil sich der Absatz von Computerspielen nicht wie erwartet entwickelt hatte. Im Zuge der Restrukturierung wurden dem Unternehmen bereits drei Mill. Euro an frischem Kapital zugeführt. Die Belegschaft wurde seit Ausbruch der Krise halbiert. Bank Austria Creditanstalt (BA-CA), Volksbanken und die Steiermärkische Sparkasse ließen zuletzt 8,95 Millionen Euro Schulden nach. Die fortlaufende Finanzierung klappt dennoch nicht nach Wunsch. "Eine Bank schert aus", so Pistauer im "WirtschaftsBlatt".
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