Philips streicht 1.600 Stellen
- Halbleiter-Sparte soll wieder profitabel werden
Der niederländische Elektronikkonzern Philips streicht in seiner Chip-Sparte 1.600 Mitarbeiter. Betroffen sind Stellen in den USA und Europa, teilte der Konzern mit. Zusätzlich werden einige Halbleiterfabriken geschlossen und die Forschungsausgaben in diesem Bereich um 200 Mio. Euro auf 960 Mio. Euro reduziert. Ziel dieser Maßnahmen sei es, die schwer defizitäre Halbleiter-Sparte bis zum vierten Quartal des laufenden Jahres wieder in die Gewinnzone zu bringen.
Philips Semiconductors ist hinter Infineon und der französischen STMicro der drittgrößte Chipproduzent Europas und beschäftigt rund 34.000 Mitarbeiter. "Die Unklarheit wegen der politischen Situation hat die Konsumenten sehr verunsichert. Sie geben daher viel weniger Geld für Informationstechnologien aus und sind auch beim Kauf von Consumer-Electronic-Equipment zurückhaltender", so Scott McGregor, CEO der Philips Chipsparte. "Die Wachstumsprognosen des Vorjahres gehören ins Reich der Fantasie." Konkret will Philips nun zwei Chip-Fabriken in den USA schließen und die Kapazität der anderen Werke um bis zu 20 Prozent reduzieren.
Halbleiterbereich: Verlust von 537 Mio. Euro
Durch die Restrukturierungen rechnet Philips mit einmaligen Kosten in der Höhe von 270 Mio. Euro. Diese sollen innerhalb der kommenden drei Quartale abgeschrieben werden. Die jährliche Kostenersparnis wird von den Niederländern mit 250 Mio. Euro beziffert. Bereits im vierten Quartal des Vorjahres hatte Philips eine 180-Mio.-Euro-Abschreibung für seine Chipdivision vorgenommen. Im vergangenen Jahr verzeichnete Philips im Halbleiter-Bereich einen Verlust von 537 Mio. Euro. Vor zwei Jahren wurde noch ein Gewinn in der Höhe von 1,35 Mrd. Euro eingefahren. Philips Semiconductors trägt 25 Prozent zum Konzernumsatz bei. Der Gesamtverlust des Unternehmens lag 2002 bei 3,206 Mrd. Euro. (pte/red)
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