Donnerstag, 13. März 2003

Irak-Krieg - Kursrutsche an den Weltbörsen

  • Berichte über irakischen Widerstand verunsichern Investoren

Berichte über heftige Kämpfe zwischen US-Truppen und irakischen Einheiten haben an den Weltbörsen am Montagnachmittag zu einem dramatischen Kursrutsch geführt. Der Dow Jones notierte gegen 16:45 Uhr MEZ 3,06 Prozent tiefer bei 8.261,17 Punkten. Die europäischen Börsen weiteten ihre anfänglichen Verluste im Sog der schwachen US-Märkte ebenfalls aus. Der Frankfurter DAX büßte bis dato 5,40 Prozent auf 2.568,55 Punkte ein. Der Dollar zeigte sich ebenfalls sehr schwach, der Euro legte im Gegenzug auf 1,0655 Dollar deutlich zu.

Händler verwiesen zur Begründung der Kursverluste auf die wachsende Sorge der Investoren, dass der Krieg im Irak weitaus länger und kostenintensiver sein werde, als im Vorfeld vermutet. Auch die Hoffnung der US-Militärs, Saddam Hussein könnte bei einem der zahlreichen Bombardements getötet oder schwer verletzt worden sein, scheine sich mittlerweile nicht zu bestätigen.

Mit neuen, angeblich aktuellen Aufnahmen von Saddam Hussein hat das irakische Staatsfernsehen indes am Nachmittag erneut versucht, Gerüchte über den Tod oder eine schwere Verletzungen des Staatschefs zu zerstreuen. Negative Impulse für die Börsen brachten auch Berichte über zahlreiche gefangene oder getötete Soldaten, hieß es. In der Vorwoche hatte die Hoffnung auf ein schnelles Kriegsende dem DAX einen Wochengewinn von knapp 13 Prozent beschert, der Dow Jones konnte sich um acht Prozent verbessern.

"Der Kriegsverlauf in den kommenden zwei bis drei Tagen ist wohl entscheidend", ergänzte ein Marktbeobachter. Sollte bis dahin der Marsch auf Bagdad gelingen, könnte sich das Sentiment wieder verbessern.

Größte Verlierer im DAX waren bis dato TUI mit einem Minus von über 10 Prozent. Metro AG verbilligten sich um über Prozent und Infineon gaben 7,8 Prozent ab.

13.3.2003 12:40