Telecom Italia fusioniert mit Olivetti
- Sieben Olivetti-Aktien für eine TI-Aktie

Die Telecom Italia (TI) und die Telekommunikations-Holdinggesellschaft Olivetti werden fusioniert. Wie die beiden Konzerne nach einer nächtlichen Marathonsitzung bekannt gaben, bietet Olivetti sieben eigene Aktien für eine TI-Aktie. Der Zusammenschluss beider Unternehmen, durch den vor allem die Kontrollstruktur der verschachtelten Beteiligungen vereinfacht werden soll, werde voraussichtlich bis Juli abgeschlossen sein. Der Konzernname "Telecom Italia" solle auch zukünftig beibehalten werden.
Die Aktien der beiden Unternehmen sowie der beteiligten Gesellschaften Pirelli und Seat Pagine Gialle waren bereits seit Montag in Erwartung der Fusionsmitteilung von der Börse ausgesetzt.
Auch am Mittwoch wurden die Titel vor einer Pressekonferenz mit Telecom-Italia-Chef Marco Tronchetti Provera (Bild) zunächst nicht gehandelt. Er bezeichnete die Fusion als "unausweichlichen Schritt, um eine Neuorganisation der Gruppe in Gang zu bringen, durch die unsere Ressourcen auf effiziente Weise ausgeschöpft werden".
Um die Fusion mit Olivetti zu finanzieren, hat das Unternehmen - wie berichtet-, mit einem Banken-Pool einen Kredit in Höhe von 15 Mrd. Euro ausgehandelt. 9 Mrd. Euro davon sollen zur Auszahlung der Olivetti-Aktionäre verwendet werden, weitere 6,5 Mrd. Euro sind zur Deckung von fälligen Finanzierungen in den nächsten 18 Monaten gedacht.
Eine Fusion zwischen dem Olivetti-Mehrheitseigner Olimpia und der neuen Telecom sei zunächst nicht geplant, sagte Tronchetti Provera.
Die Telecom Italia wird vom Kabel- und Reifenkonzern Pirelli über ein Netz von Schachtelbeteiligungen kontrolliert. Zu Pirelli gehört Olimpia, die wiederum die Mehrheit bei Olivetti hält. Pirelli hatte 2001 zusammen mit der Benetton-Gruppe 28,7 Prozent der Telecom Italia von Olivetti gekauft. Olivetti hält seinerseits 55 Prozent an Telecom Italia. Für das abgelaufene Jahr wird das Unternehmen keine Dividende zahlen, nachdem durch die Abschreibung der Telecom Italia-Beteiligung ein Nettoverlust von 6,2 Mrd. ausgewiesen wird.
Zuvor hatte die Telecom Italia für 2002 einen Nettoverlust von 322 Mio. Euro gemeldet, nach einem Verlust von 2,07 Mrd. Euro im Vorjahr. Der Umsatz ging leicht um 1,4 Prozent auf 30,4 Mrd. Euro zurück. Der operative Gewinn stieg 2002 um 10,6 Prozent auf 7,38 Mio. Euro.
Bei Telecom Italia wurde zudem die Abschreibung der schwer verschuldete Tochter Seat Pagine Gialle im Wert von 3,5 Mrd. Euro beschlossen. Italienischen Medienberichten zufolge wurde die französische Investmentbank Lazard beauftragt, Interessenten für Seat Pagine zu finden.
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