Irak-Krieg würde laut IWF Wachstum kosten
- USA und Euro-Raum wären besonders betroffen
- Konjunktur: Wifo sieht derzeit keinen Aufschwung
Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet einem Zeitungsbericht zufolge im Falle eines Irak-Krieges ein um bis zu zwei Prozentpunkte geringeres Wachstum der Weltwirtschaft. Besonders stark betroffen wären die USA und der Euro-Raum, berichtete das "Handelsblatt". Deutschland werde dann eine höhere Verschuldung empfohlen.
Dies sei das Szenario, das der IWF für den Fall eines länger andauernden Krieges mit einer stark zerstörerischen Wirkung und einem Übergreifen auf andere Länder skizziere, berichtete die Zeitung unter Berufung auf den ihr vorliegenden "World Economic Outlook" des IWF, der Mitte April vorgestellt werden soll. Eine globale Abwärtsspirale könne entstehen, wenn die Ölpreise stark anstiegen, das Vertrauen bei Verbrauchern und Investoren sinke und die Unsicherheit an den Finanzmärkten wachse. "Nur ein ganz kurzer Krieg könnte positive Folgen für die Wirtschaft und Aktienmärkte haben", hieß es in dem Zeitungsbericht.
USA & Euro-Raum besonders betroffen
Da die USA und der Euro-Raum besonders stark von einer negativen Entwicklung betroffen wären, rate der IWF Deutschland, die EU-Defizitgrenze von drei Prozent zu überschreiten, berichtete die Zeitung weiter. "In einer Reihe von Ländern kämen die Finanzsysteme unter Druck, falls die Aktienkurse weiter einbrechen und Not leidende Kredite zunehmen würden", zitierte das "Handelsblatt" zudem aus dem Bericht. Als Maßnahmen gegen eine Krise empfehle der IWF den Notenbanken rasche Zinssenkungen. Im Falle eine "schweren weltweiten Einbruchs" plädiere der Fonds dafür, Ländern, die in eine Finanzkrise geraten, kurzfristige Überbrückungskredite zu gewähren.
Die Zeitung nannte zudem unter Berufung auf den Bericht aktuelle IWF-Wachstumsprognosen für 2003, die teils schon in Finanzmarktkreisen genannt, vom IWF aber bisher nicht kommentiert wurden. Den genannten Zahlen zufolge ist der Fonds dabei deutlich pessimistischer als bei seiner Prognose vom September. Für die Weltwirtschaft senke der IWF seine Prognose auf 3,3 von zuvor 3,7 Prozent, für die USA auf 2,4 von 2,6, für Japan auf 0,5 von 1,1, für die Euro-Zone auf 1,3 von 2,3 und für Deutschland auf 0,7 von 2,0 Prozent. Die Bundesregierung geht bisher für 2003 von einem Wachstum im Inland von einem Prozent aus und hat darin einen möglichen Irak-Krieg nicht berücksichtigt.
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