Montag, 10. März 2003

Irak-Krieg: OPEC gibt Fördermengen frei - Ölpreis fällt

  • Ausreichende Ölversorgung sichergestellt
  • Irak lieferte zuletzt noch nach Österreich

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) hat am Donnerstag in Reaktion auf den Beginn des Irak-Krieges ihre Fördermengenbeschränkung vorübergehend ausgesetzt. "Wir stehen vor einer Notfallsituation. Die Länder sind autorisiert, ihre freien Kapazitäten zu nutzen", bekräftigte OPEC-Generalsekretär Alvaro Silva-Calderon Donnerstag Nachmittag bei einer Pressekonferenz in Wien. Die freien Kapazitäten des Kartells bezifferte der Generalsekretär mit drei bis vier Mio. Fass (je 159 Liter) pro Tag.

Genützt werden sollen diese freien Kapazitäten aber erst, wenn es eine tatsächliche Unterversorgung am Markt gibt. Derzeit sei der Markt "mehr als gut" versorgt, betonte Silva-Calderon.

Möglicherweise könnten die Minister der OPEC-Länder noch vor dem nächsten geplanten Treffen am 11. Juni in Doha zusammenkommen. Konkrete Pläne dafür gibt es aber derzeit nicht. Für eine Anhebung der Fördermengen sei derzeit aber kein Treffen mehr notwendig. Die Länder könnten selbst entscheiden, betonte der Generalsekretär.

Silva-Calderon geht davon aus, dass die Mitgliedsländer in einer "loyalen und ökonomisch sinnvollen Weise" agieren werden. Er selbst hält eine Anhebung der Fördermenge für sinnvoll, wenn der OPEC-Preis über längere Zeit über der von der OPEC angepeilten Obergrenze von 28 Dollar je Fass liegen sollte. "Der Preis ist ein guter Indikator", so der OPEC-General. Zuletzt kostete OPEC-Öl am Mittwoch 27,12 Dollar pro Barrel, um 57 Cent weniger als am Dienstag.

Derzeit produziert laut Silva-Calderon noch keiner der OPEC-Staten über der vereinbarten Fördermenge. Die Länder seien aber alle bereit, dies zu tun, wenn es eine Unterversorgung am Markt gebe.

Wann die von der OPEC festgesetzten Förderquoten für die Mitgliedsländer wieder verbindlich werden sollen, steht noch nicht fest. Man werde den Markt beobachten. Das System als solches werde nicht abgeschafft, betonte Silva-Calderon.

10.3.2003 22:02