Montag, 10. März 2003

EADS mit Minus - Weitere Stellenstreichungen

  • Hohe Wertberichtigungen im Raumfahrtbereich

Der Rüstungs- und Luftfahrtkonzern EADS streicht nochmals 1.700 Stellen in der Raumfahrtsparte. Damit sollen nun insgesamt 3.300 Arbeitsplätze in der defizitären Sparte wegfallen, kündigten die EADS-Firmenchefs Philippe Camus (Bild) und Rainer Hertrich am Montag in München an. Im vergangenen Jahr war der Verlust vor Steuern und Zinsen im Raumfahrtgeschäft nochmals von 222 auf 268 Mio. Euro gestiegen.

Wegen der Luftfahrtkrise und hoher Einmaleffekte rutschte EADS im vergangenen Jahr auch insgesamt ins Minus. Der Nettoverlust habe 299 Mio. Euro betragen, teilte EADS weiter mit. Im Jahr zuvor hatte der Konzern begünstigt durch Sondereffekte einen Gewinn von knapp 1,4 Mrd. Euro erzielt. Das operative Ergebnis vor Steuern und Zinsen sank 2002 um 16 Prozent auf gut 1,4 Mrd. Euro. Im laufenden Jahr soll es stabil bleiben.

Raumfahrt-Sparte bleibt Sorgenkind
Im Vorjahr rutschte das europäische Unternehmen unter anderem wegen des schwächeren Geschäfts mit Airbus-Flugzeugen und hoher Wertberichtigungen wegen der Probleme im Raumfahrtbereich in die roten Zahlen. 2003 will das Unternehmen Umsatz und operatives Ergebnis stabil halten.

Sorgenkind des Konzerns ist weiterhin die Raumfahrtsparte mit der Tochterfirma Astrium. In dem Geschäftsbereich werden nochmals 1.700 Arbeitsplätze gestrichen, kündigten Hertrich und Camus an. Bedroht sind vor allem Jobs in Deutschland und Frankreich. Damit fallen in der Raumfahrt nun insgesamt 3.300 Stellen weg. Die Space-Division beschäftigt insgesamt etwa 12.500 Menschen. Im vergangenen Jahr stieg der operative Verlust vor Steuern und Zinsen (EBIT) in der Raumfahrt weiter von 222 auf 268 Mio. Euro. In diesem Jahr soll das Minus wegen der laufenden Sanierung nochmals höher ausfallen.

Nettoverlust von 299 Millionen Euro
Im Gesamtkonzern sank das EBIT (vor Firmenwertabschreibungen und Einmaleffekten) 2002 wie angekündigt von 1,7 auf gut 1,4 Mrd. Euro. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 299 Mio. Euro. Der Konzern führte dies unter anderem auf Sonderabschreibungen in Höhe von 350 Mio. Euro in der Raumfahrt zurück. Als Folge der rückläufigen Ergebnisse sinkt die Dividende von 0,50 auf 0,30 Euro. Im Jahr zuvor hatte EADS noch einen Gewinn von knapp 1,4 Mrd. Euro erzielt. Hier profitierte der Konzern aber stark von Einmaleffekten. Der Umsatz im Gesamtkonzern gab 2002 leicht auf 29,9 Mrd. Euro nach.

Auftragseinbruch von 60% bei Airbus
Bei Airbus, dem traditionell wichtigsten Gewinnbringer, sank das operative Ergebnis im vergangenen Jahr von gut 1,6 auf knapp 1,4 Mrd. Euro. Der Auftragseingang bei Airbus brach sogar um mehr als 60 Prozent auf unter 20 Mrd. Euro ein. Im laufenden Jahr sollen wieder 300 Flugzeuge ausgeliefert werden. Damit will Airbus erstmals auch bei der Produktion den Erzrivalen Boeing überflügeln.

10.3.2003 11:04