Donnerstag, 13. März 2003

Ganz Spanien feiert "Raul-Real"

  • Torjäger schoss Real zum Sieg über Milan
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Raul machte seinem Ruf als Torjäger wieder alle Ehre. "Milan geht vor Raul-Real in die Knie", schrieb "La Gazzetta dello Sport" am Donnerstag voller Ehrfurcht über den Doppel-Torschützen zum 3:1 des Titelverteidigers aus Madrid in der Champions League über den AC Milan. "Marca" erhob ihn gar zum Fußball-Gott in Reihen des königlichen Clubs. "Oh Gott! Du bis echt klasse, Raul."

Real hat in Gruppe C nun beste Chancen, das lukrative Viertelfinale der Königsklasse zu erreichen. Hinter dem schon qualifizierten AC Milan (12 Punkte) folgt Real (8) vor Borussia Dortmund (7), das Lok Moskau mit 3:0 schlug, und käme mit einem Sieg bei den Russen aus eigener Kraft weiter. Aber: Real hat noch nie in Moskau gewonnen. In fünf offiziellen Spielen gegen Torpedo, Spartak und Dynamo Moskau gab es ein Remis und vier Niederlagen. "Vorsicht! Real muss noch in Moskau gewinnen", warnte "As", beschwichtigte aber auch gleich wieder: "Solange wir einen Raul haben, kann uns nichts passieren."

Raul war gegen Milan der Star der Stars. Zidane, Figo, Roberto Carlos und eben Raul kombinierten und zauberten zur Freude der Fans in Madrid. Ein Lehrstück an technisch perfektem Kombinationsfußball etwa das Tor zum 2:0, als Raul zum Abschluss noch zwei Verteidiger auf engstem Raum düpierte und eiskalt einschoss. Oder zum 3:1-Endstand, als ÖFB-Analytiker Herbert Prohaska nach Zusammenspiel Zidane-Raul-Zidane-Guti von einem Tor wie im Hallen-Fußball sprach.

Milan leistete es sich, nicht in Bestbesetzung im Bernabeu-Stadion anzutreten. Revanche kündigten die Norditaliener aber bereits für das Champions-League-Finale am 28. Mai an. Stürmer Andrej Schewtschenko: "Wir haben die Chance vertan, Real Madrid aus dem Wettbewerb zu werfen, aber wir haben noch eine Verabredung in Manchester. Da werdet ihr ein anderes Milan erleben."

In Italien wurde der für Tore eigentlich gar nicht zuständige Juventus-Verteidiger Igor Tudor nach seinem Tor in der 93. Minute zum 3:2 nach 1:2-Rückstand über Deportivo La Coruna gefeiert. "Das ist das Ende eines Albtraums", jubelte der Kroate, der gerade eine langwierige Verletzung am rechten Knöchel auskuriert hat. "Ich will gar nicht wissen, wo der Ball gelandet wäre, wenn ich mit dem operierten Fuß geschossen hätte."

La Coruna liegt hinter dem bereits qualifizierten Manchester United (13) und Juventus (7) und hat mit vier Punkten keine Chance mehr auf den Aufstieg, da der direkte Vergleich nach dem Hinspiel-2:2 an Turin geht. "Nun bleibt uns nur die Hoffnung, spanischer Meister zu werden", sagte Trainer Javier Irureta frustriert. Dagegen hat Außenseiter FC Basel (4) dank des 1:1 in Manchester noch eine Mini-Chance. Die Schweizer müssten "Juve" allerdings mindestens 4:0 besiegen, um noch eine Runde weiter zu kommen.

13.3.2003 14:32