Marlies Schild wird beim letzten Saison-Slalom Dritte
- US-Amerikanerin Koznick gewinnt Weltcup-Finale in Hafjell
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Im neunten und letzten Damen-Slalom der Weltcup-Saison 2002/2003 hieß die Siegerin erstmals nicht Janica Kostelic oder Anja Pärson. Platz eins ging am Samstag in Hafjell/Norwegen unerwartet an die US-Amerikanerin Kristina Koznick, die vor der Französin Laure Pequegnot (+0,08 Sekunden) und der Österreicherin Marlies Schild (0,23) ihren sechsten Weltcup-Sieg (alle im Slalom) feierte. Das in dieser Saison so starke Team der ÖSV-Slalom-"Küken" muss hingegen weiterhin auf den ersten Weltcup-Sieg seit 29. Dezember 1999 (Sabine Egger in Lienz) warten.
Das Ende dieser Serie schien in Skandinavien kurz bevor zu stehen. Denn Slalom-Vizeweltmeisterin Schild lag nach dem ersten Durchgang in Front, WM-Bronze-Gewinnerin Nicole Hosp hatte als Fünfte lediglich 0,21 Sekunden Rückstand. Im Finale fiel Schild aber trotz viertbester Laufzeit auf den dritten Rang zurück und Hosp schied so wie die kroatische Weltcup-Triumphatorin Janica Kostelic (Siegerin im Gesamt- und Slalom-Weltcup) aus.
Junge österreicherinnen lassen hoffen
Dass aber der nächste Slalom-Sieg der ÖSV-Damen nicht mehr lange auf sich warten lassen dürfte, beweisen die Top-Ten-Platzierungen von Junioren-Weltmeisterin Michaela Kirchgasser (Rang acht) und Karin Truppe (Rang neun). Die 17-jährige Kirchgasser zeigte damit neuerlich, welch großes Potenzial in ihr steckt. "Ich hatte eine so tolle Saison, also bin ich vollkommen locker gefahren", freute sich die junge Läuferin aus Filzmoos.
Sprung unter die Top-20
So wie Kirchgasser (Dritte im Slalom-Europacup) hat auch Truppe (EC-Vierte) ihren Fixplatz im kommenden Weltcup-Slalom-Jahr, da Elisabeth Görgl (Siegerin im Slalom-EC) als 18. im Slalom-Weltcup den Sprung unter die Top-20 geschafft hat.
Brunner bleibt "zu 85 Prozent"
Zu verdanken hat Österreich das kleine Slalom-Wunder vor allem Bernd Brunner, dem Gruppentrainer der Technik-Damen. Der 31-Jährige wird dem ÖSV mit hoher Wahrscheinlichkeit in der kommenden Saison erhalten bleiben, auch wenn Brunner gleich mehrere Angebote aus dem Ausland vorliegen sollen. "Zu 85 Prozent bleibe ich, da müsste man mich schon mit Geld erschlagen", meinte Brunner, dem die rot-weiß-roten Damen und seine Arbeit am Herzen liegen: "Jetzt möchte ich schon auch die Früchte ernten."
Schild vergab Chance auf Sieg
Die Siegchance vergeben hat die Salzburgerin Schild mit einem groben Schnitzer im zweiten Lauf. "Schade, dieses Rennen wäre zu gewinnen gewesen. Bei meinem Fehler bin ich aber fast zum Stillstand gekommen", meinte die 21-Jährige, die aber dennoch hoch zufrieden auf die Saison mit Platz fünf in der Slalom-Wertung und Slalom-Silber bei der WM in St. Moritz zurückblicken darf.
Egger muss zur Therapie
Gleiches gilt für die Tirolerin Hosp, die trotz Schmerzen im Knie nach ihrem Aare-Sturz im Rennen um den Sieg war. "Ein saublöder Fehler, die Enttäuschung hält sich aber in Grenzen, denn nach meinem Sturz muss ich froh sein, dass ich gesund bin", erklärte die zweifache Medaillen-Gewinnerin von St. Moritz. Vorerst einmal genug vom Skifahren hat Sabine Egger (14. in Hafjell), die die Latten ein halbes Jahr ins Eck stellen und sich ganz der Therapie ihres schmerzenden Rückens widmen wird.
| Endstand - Damen-Slalom | ||||
| 1. | Kristina Koznick | USA | 1:45,67 Min. | |
| 2. | Laure Pequegnot | FRA | 1:45,75 | +0,08 Sek. |
| 3. | Marlies Schild | AUT | 1:45,90 | +0,23 |
| 4. | Tanja Poutiainen | FIN | 1:46,80 | +1,13 |
| 5. | Martina Ertl | GER | 1:47,04 | +1,37 |
| 6. | Anja Pärson | SWE | 1:47,17 | +1,50 |
| 7. | Nicole Gius | ITA | 1:47,59 | +1,92 |
| 8. | Michaela Kirchgasser | AUT | 1:47,65 | +1,98 |
| 9. | Karin Truppe | AUT | 1:47,78 | +2,11 |
| 10. | Anna Ottosson | SWE | 1:47,96 | +2,29 |
| 11. | Christel Pascal | FRA | 1:48,02 | +2,35 |
| 12. | Sarah Schleper | USA | 1:48,04 | +2,37 |
| 13. | Trine Rognmo-Bakke | NOR | 1:48,06 | +2,39 |
| 14. | Sabine Egger | AUT | 1:48,17 | +2,50 |
| 15. | Marlies Oester | SUI | 1:48,86 | +3,19 |
| 16. | Monika Bergmann | GER | 1:49,06 | +3,39 |
| 17. | Spela Pretnar | SLO | 1:49,10 | +3,43 |
Ausgeschieden
Im 1. Durchgang: Elisabeth Görgl (AUT), Claudia Riegler (NZL), Sarka Zahrobska (CZE)
Im 2. Durchgang: Nicole Hosp (AUT), Annemarie Gerg (GER), Janica Kostelic (CRO), Susanne Ekman (SWE)
