Peter Pacult wurde von 1860 München gefeuert
- Wiener nach 49 Spielen als Cheftrainer abgelöst
- Zuletzt vier Spiel ohne Sieg - Schlappen gegen Bayern & Hertha
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Der Wiener Peter Pacult ist am Mittwoch nach 510 Tagen als Trainer des deutschen Fußball-Bundesligisten TSV 1860 München abgelöst worden. "Nach reiflicher Überlegung hat die sportliche Führung Peter Pacult von seinen Aufgaben entbunden und Falko Götz zum neuen Verantwortlichen der Lizenzspielermannschaft des TSV 1860 ernannt", teilte Präsident Karl-Heinz Wildmoser am Mittwoch mit.
Götz leitete schon am Vormittag erstmals das Training in München. Es ist der insgesamt fünfte Trainerwechsel in der Bundesliga in der laufenden Saison.
Pacult hatte das Amt des Cheftrainers bei den "Löwen" am 18. Oktober 2001 als Nachfolger von Werner Lorant übernommen. Nach Platz neun in der Vorsaison starteten die Sechziger (mit den Österreichern Markus Weissenberger, Martin Stranzl, Harald Cerny und Marcus Pürk) im Herbst durch und überwinterten auf Rang sechs mit Blickrichtung Europacup.
Vier Spiele ohne Sieg
Doch in den vergangenen Wochen rutschten die Münchner ins Tabellen-Mittelfeld (Platz acht), im Jahr 2003 gab es keinen Heimsieg mehr, im Cup war im Viertelfinale gegen Werder Bremen Endstation. Nach vier Spielen ohne Sieg, darunter die Debakel gegen den Stadtrivalen Bayern (0:5) und am Samstag gegen Hertha BSC Berlin (0:6), zog der Verein noch vor Pacults Jubiläumsspiel (am Sonntag wäre er zum 50. Mal als Cheftrainer auf der Bank gesessen) Konsequenzen.
Die Öffentlichkeit wurde vom Trainerwechsel bei den Sechzigern überrascht. Wildmoser sagte in einem am Mittwoch erschienen Interview der "Süddeutschen Zeitung" auf die Frage, ob Pacult zum Saisonende noch 1860-Trainer sein wird: "Bin ich Hellseher? Woher weiß ich, dass er mich nicht anruft und sagt: 'Ich habe die Mannschaft nicht mehr im Griff.' Woher weiß ich das?" Geschäftsführer Heinz Wildmoser jun. hatte auf die Frage nach einem Trainerwechsel noch gemeint: "Nicht einmal ein Gedanke." Die einstündige Aussprache mit den Spielern am Dienstag war dennoch Pacults letzte.
Seit 1996 als Trainer bei den "Löwen"
Der 43-Jährige, der zehnte österreichische Trainer in der deutschen Bundesliga und der zweite "Löwen-Dompteur" nach Max Merkel (1963-66), der 1860 zum bisher einzigen Meistertitel der Vereinsgeschichte geführt hatte (1966), war 1993 als Spieler von Stahl Linz zu den Löwen gestoßen. In seiner ersten Saison hatte der Stürmer maßgeblichen Anteil am Aufstieg in die erste Bundesliga. 1995 kehrte er den Münchnern kurzzeitig den Rücken und spielte noch eine Saison für die Wiener Austria, ehe er im Sommer 1996 sein Amt als Co-Trainer unter Lorant antrat.
Seine Karriere als Aktiver hatte Pacult, der für das ÖFB-Nationalteam 24 Länderspiele bestritt, vom Wiener Sportklub (80-84) über den SK Rapid Wien (84-86), mit dem er 1985 im Finale der Cup der Cupsieger gegen Everton den Kürzeren zog, zum FC Tirol (86-92) geführt, ehe er in München zum Liebling der Fans wurde. Doch am Samstag hatte mit dem 0:6 den letzten Kredit bei den Anhängern verspielt.
Nur Happel und Merkel holten Meisterschaft
Damit ist Kurt Jara (Hamburger SV) der einzige österreichische Trainer in der deutschen Bundesliga. Ernst Happel und Max Merkel sind die einzigen Österreicher, die als Trainer einen Titel holten. Happel gewann in seinen sechs Jahren beim Hamburger SV den Europacup der Meister (1983) sowie zwei Mal die Meisterschaft (1982 und 1983) und ein Mal den DFB-Pokal (1987). Merkel schwang beim TSV 1860 München, 1. FC Nürnberg, Schalke und KSC das Zepter und holte mit den Löwen den Meistertitel (1966) und den DFB-Cup (1964) und mit dem "Club" 1968 die Meisterschaft.
Doch schon vor Einführung der Bundesliga trugen sich zwei österreichische Trainer in die deutschen Erfolgslisten ein: So gewann Edi Frühwirth mit Schalke 04 1953 den bisher letzten Meistertitel für die "Knappen", Adi Patek sicherte sich mit dem Karlsruher SC 1956 den DFB-Pokal.
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