Zimmermann will unbedingt zu Olympia 2004
- "Ich will unbedingt in Athen dabei sein"
- Wäre erster ÖOC-Turner seit 1960

Österreichs bester Turner, der 30-jährige Thomas Zimmermann hat ein großes Ziel. Er möchte bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen als erster österreichischer Turner seit 44 Jahren olympische Luft schnuppern. Um dieses Ziel zu erreichen, konzentriert sich der Vorarlberger heuer ganz auf den Mehrkampf. Saison-Start ist am Samstag und Sonntag der Weltcup-Auftakt in Paris, an den beiden Wochenenden danach folgen die Weltcupbewerbe in Cottbus und Thessaloniki - bei allen drei Konkurrenzen wird auch Zimmermann am Start sein.
Nach zwei Jahren der Spezialisierung auf Pauschenpferd und Sprung muss er umdenken: "Ich will unbedingt bei Olympia in Athen dabei sein. Dazu muss ich mich schon heuer bei der WM im August in den USA qualifizieren - und das geht nur über einen ausgezeichneten Mehrkampf !" In den nächsten Wochen ebenfalls im Turn-Weltcupeinsatz sind Tanja Gratt (Paris), Marco Baldauf (Paris, Cottbus) und Mario Rauscher (Cottbus).
Zimmermann will sich im Finish seiner Karriere als erster ÖFT-Olympia-Starter seit 1960 in Rom verewigen, dazu braucht er aber einen "Quotenplatz", der nur beim WM-Mehrkampf am 16. August 2003 in Anaheim/Kalifornien vergeben wird. Das IOC- und FIG-Reglement ist für Aktive aus "kleinen Turnländern" und für Gerätespezialisten dabei denkbar ungünstig. Die Top-Turnländer erhalten ihre Quoten gleich kontingentweise über ihre WM-Teamplätze (Rang 1-12 im WM-2003-Mannschaftsbewerb bedeutet: das ganze Team ist für Olympia qualifiziert; Rang 13-18: zwei Turner sind für Olympia qualifiziert). Aktive aus Ländern der WM-Teamwertung ab Rang 19, dort ist Österreich wohl anzusiedeln, haben aber nur eine einzige minimale Chance: Sie müssen unter den besten zehn zusätzlichen Einzel-Mehrkämpfern sein. Zimmermann, Gratt und Carina Hasenöhrl rechnen sich trotzdem gewisse Chancen aus. Die "größte kleine" Chance wird dabei Zimmermann zugebilligt.
Zimmermann hat zwar ob seiner Weltklasse bei Olympia Chancen auf Finalplätze am Pauschenpferd und am Sprung, muss aber trotzdem darum bangen, sich überhaupt zu qualifizieren. "Meine komplette Jahresplanung ist auf diesen einen WM-Wettkampf am 16. August in Anaheim abgestimmt." Bei den vor ihm liegenden Weltcups will er zunächst an vier, dann fünf und schließlich an allen sechs Geräten antreten. Nationaltrainer Dieter Egermann ergänzt: "Wir tun alles, um 'Zimsi' zu seinem Olympiatraum zu pushen, arbeiten so professionell wie noch nie. Neben Thomas sind auch Marco Baldauf und Marco Mayr jetzt HSZ-Sportsoldaten. Ergänzt durch unsere Zukunftshoffnungen Mario Rauscher und Arno Gasteiger, denen ich das WM-Limit ebenfalls zutraue, sollte das ein Team werden, das Zimsi zum Erfolg trägt".
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