Donnerstag, 13. März 2003

Titos Bunker war Vorbild für Saddams Unterschlupf

  • FORMAT: Österreicher baute den Luxus-Bunker
  • Pläne oder Fotos mussten vernichtet werden

Laut Nachrichtenmagazin FORMAT hat ein österreichischer Architekt den Luxusbunker des irakischen Diktators gebaut. Der Architekt Lorenzo Aldo de Buffalo, gebürtiger Villacher, baute vor zwanzig Jahren im Zentrum von Bagdad eines von Saddam genutztes Gästehaus samt großer Bunkeranlage. Vorlage: Titos Bunker.

Titos Bunker war Vorbild für Saddams Unterschlupf
Laut FORMAT hat ein österreichischer Architekt den Luxusbunker des Diktators gebaut. Lorenzo Aldo de Buffalo, gebürtiger Villacher, errichtete vor 20 Jahren im Zentrum von Bagdad ein von Saddam genutztes Gästehaus samt großer Bunkeranlage. Vorlage: Titos Bunker: "Ich weiß bis heute nicht genau, wo wir damals gebaut haben. In der Früh wurde ich von Regierungsleuten zur Baustelle gebracht und später abgeholt." Pläne oder gar Fotos seines Werkes, für die sich heute Geheimdienste aus aller Welt interessieren, besitzt Lorenzo Buffalo nicht: "Das war streng verboten".

Im Süden Bosniens steht ein alter Bunker
Und zwar der des früheren jugoslawischen Staatschefs Josip Broz Tito. Er bietet 500 Personen Schutz, das fast baugleiche Pendant im Irak ist kleiner. Einer der Konstrukteure sagt, die Amerikaner könnten den irakischen Machthaber dort relativ mühelos einschließen.

Beide Bunker sollen nach gleichen Prinzipien errichtet und ähnlich stabil sein: Selbst Angriffe mit 2.000-Kilo-Bomben könnten ihnen dank einer erschütterungsdämpfenden Schicht und mehrere Meter dicker Stahlbetonwände wenig anhaben.

Neben einem luxuriös ausgestatteten Privatbereich, der im Falle Titos mit Prunkmöbeln im Louis-quatorze-Stil ausgestattet war und bei Saddam über Schlafgemächer für dessen Freundinnen verfügen soll, umfasst das Bagdad-Modell nach Auskunft des Spezialisten einen technischen Block samt Wasser- und Öltanks sowie eine Kommandozentrale.

5 Notausgänge für Tito, nur 2 für Saddam
Während Tito fünf Notausgänge bauen ließ, sollen Saddam lediglich zwei zur Verfügung stehen. "Es wird wesentlich leichter sein, Saddam zu beerdigen", mutmaßte Konstrukteur. Gelänge es, die beiden Ausgänge zu zerstören, könnte der Diktator nur noch 90 Stunden im Innern überleben.

13.3.2003 12:37