Sonntag, 16. März 2003

Verdachtsfall von mysteriöser Lungenerkrankung in LA

Nun sind möglicherweise auch die USA von der Krankheit betroffen. Die Gesundheitsbehörde in Los Angeles hat am Montag einen Verdachtsfall der mysteriösen Lungenentzündung bekannt gegeben. Nach US-Medienberichten wurden Proben des erkrankten Patienten an die CDC-Gesundheitszentrale in Atlanta geschickt.

Nach Angaben der Zentrale im US-Staat Georgia werden in den USA derzeit vier mögliche Verdachtsfälle auf das Schwere Akute Atemwegssyndrom (Severe Acute Respiratory Syndrome/SARS) untersucht. Zehn weitere Fälle wurden bereits als harmlose Atemwegserkrankung diagnostiziert.

Über die Identität des Patienten in Los Angeles, der sich nicht in Lebensgefahr befinden soll, wurden zunächst keine Angaben gemacht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sucht mit Hochdruck nach der Ursache für das SARS. Die WHO schätzt die Krankheit als weltweite Bedrohung ein. Sie riet vor allem Asien-Reisende, auf Anzeichen wie Fieber, Muskelschmerzen, Heiserkeit, Atemnot und Husten zu achten. Die Organisation sieht aber keinen Anlass, Reisebeschränkungen nach Asien zu empfehlen.

Vor einer Panik hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf gewarnt. Dafür gebe es keinen Grund, sagte eine WHO-Sprecherin zur APA. Für einen Zusammenhang mit einer epidemischen Lungenentzündung, die im vergangenen November in der südchinesischen Provinz Kanton ausgebrochen ist, gibt es derzeit keinen Hinweis. Die Krankheitswelle in und um Guangdong wurde von Chlamydien ausgelöst, so die WHO. Zu der sehr ähnlichen Krankheitsform in Hongkong und Singapur gäbe es vorerst keine schlüssigen Hinweise für einen tatsächlichen Zusammenhang.

Neun Tote, 500 Erkrankte weltweit
"Wir haben derzeit weltweit 500 Krankheitsfälle und neun Tote", sagte WHO-Sprecherin Rebecca Harding. Die neuseeländische Ministerpräsidentin Helen Clark hatte laut der US-Nachrichtenagentur AP gemeint, die WHO befürchte, dass sich die mysteriöse Krankheit zu einer Epidemie vom Ausmaß der Influenza 1918 - damals waren weltweit 20 Millionen Menschen ums Leben gekommen - entwickeln könnte. "Das stimmt nicht", sagte WHO-Sprecherin Harding. Man könne derzeit nicht über das Ausmaß der Krankheit spekulieren. Es sei aber nicht mit der Grippe-Welle von 1918 vergleichbar.

16.3.2003 12:10