Mittwoch, 12. März 2003

Russland: Ende für waffenfähiges Plutonium

  • Abkommen zwischen USA und Russland in Wien unterzeichnet

Die USA und Russland haben am Mittwoch in Wien ein Abkommen zur Schließung der letzten drei russischen Atomreaktoren unterzeichnet, die Plutonium für militärische Zwecke produzieren. Das Abkommen, das der amerikanische Energieminister Spencer Abraham und der russische Atomenergieminister Alexander Rumjanzew am Rande der IAEO-Konferenz zum Schutz radioaktiver Quellen vor Terrorangriffen in der Wiener Hofburg unterzeichneten, sieht die Hilfe der USA bei der Errichtung von Ersatzkraftwerken mit fossilen Brennstoffen vor.

US-Minister Abraham sprach bei der Unterzeichnung von "einem wichtigen Schritt", um im Programm zur Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen weiter voran zu kommen. Rumjanzew ergänzte, dass seine Regierung die Schließung der Plutonium-Reaktoren als Beitrag zur Bekämpfung des internationalen Terrorismus betrachte, weil der Missbrauch der Substanzen dadurch weiter erschwert werde. Beide Minister waren voll des Lobes für die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern.

Eine Atombombe pro Tag möglich
Die drei Atomanlagen in Seversk und Selesnogorsk haben eine Restlaufzeit von 15 Jahren und können nach US-Angaben täglich das Äquivalent einer Atombombe produzieren. Das Abkommen sieht amerikanische Unterstützung bei der Errichtung und Inbetriebnahme von Ersatzkraftwerken vor. In Seversk wird ein bereits existierendes fossiles Kraftwerk modernisiert. In Selesnogorsk soll eine neue Anlage errichtet werden. Das Abkommen sieht vor, dass die Verantwortung für die Schließung der drei Reaktoren bei Russland liege. Die USA seien in die Schließung diplomatisch, nicht jedoch technisch involviert, erläuterte ein Mitglied der US-Delgation.

"Nonproliferation" wichtig für USA
Die drei Reaktoren bleiben laut Abkommen in Betrieb, bis die Ersatzanlagen fertig gestellt und funktionsbereit sind. Die US-Regierung von Präsident George W. Bush misst dem Programm für die Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen (Nonproliferation) große Bedeutung bei. Für das Fiskaljahr 2004 wurden beim Kongress dafür 1,3 Mrd. Dollar (1,173 Mrd. Euro) beantragt. Dies ist eine Steigerung von 30 Prozent gegenüber 2003. Die USA betrachten die Nonproliferation atomwaffenfähiger Substanzen als wichtigen Aspekt der Terrorbekämpfung.

12.3.2003 10:37