Dienstag, 11. März 2003

USA wollen mit Test von Superbombe Irak schocken

  • "Mutter aller Bomben" entwickelt Pilzwolke

Die USA testen eine neue Superbombe! Ihre Sprengkraft entspricht der einer kleinen Atombombe und entwickelt auch eine Pilzwolke. Der Test der Monster-Waffe sollte das irakische Militär beeindrucken und zur Aufgabe zwingen. Die "Massive Ordnance Air-Burst Bomb" (MOAB)-Bombe explodierte nach Fernsehberichten im Nordwesten Floridas auf einem Luftwaffen-Gelände. Wegen der gewaltigen Sprengkraft wurden Anwohner in einem weiten Umkreis gewarnt.

Der Reporter eines lokalen Fernsehsenders berichtete, die Detonation sei für 10 bis 15 Sekunden zu hören gewesen. Die Bevölkerung, die in einem weiten Umkreis wegen der gewaltigen Sprengkraft gewarnt worden war, habe kaum Notiz genommen.

Auch Super-Bombe könnte im Irak eingesetzt werden
US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sagte am Dienstag in Washington, jede Kriegführung habe einen "psychologischen Aspekt". Es sei das Ziel der USA, Kampfhandlungen zu verhindern und Saddam Hussein zum Einlenken zu bewegen. Auf die Frage, ob die mit fast 10.000 Kilogramm Sprengstoff gefüllte Bombe in einem Irak-Krieg eingesetzt werden könnte, gab US-Generalstabschef Richard Myers eine ausweichende Antwort. Die USA benutzten keine Waffen, die nicht einsatzbereit sei, sagt er.

"Mutter aller Bomben" entwickelt Pilzwolke
Die Bombe übertrifft die im Afghanistan-Krieg mit verheerender Wirkung eingesetze Streubombe mit dem Spitznamen "Daisy-Cutter" bei weitem, hieß es. Nach unbestätigten Angaben soll die im Pentagon-Jargon als "Mutter aller Bomben" bezeichnete Bombe einen Pilz ähnlich wie eine Atombombe entwickeln. Das Militär will die Explosion der Bombe nach Medienberichten filmen und die Aufnahmen dann der irakischen Bevölkerung zugänglich machen. Damit hoffe das Pentagon genügend Schrecken im Irak zu verbreiten, um das Militär zu einem schnellen Aufgeben zu bewegen.

Nach Krieg: Rasche Übergangsregierung und Wiederaufbau
Nach einem möglichen Krieg in Irak wollen die Vereinigten Staaten die Infrastruktur des Landes so schnell wie möglich wieder aufbauen. Vertreter des US-Verteidigungsministeriums erklärten am Dienstag in einer Pressekonferenz, die Regierungsgewalt solle innerhalb weniger Monate nach Kriegsende einer irakischen Übergangsregierung übertragen werden. Ein ranghoher Pentagon-Vertreter sagte, er erwarte, dass die Kontrolle über die irakische Ölindustrie von den Vereinten Nationen übernommen werde.

In der Pressekonferenz hieß es, die USA wollten die Versorgungssysteme im Irak weiter betreiben, so dass Schulen, Krankenhäuser und Polizei weiter arbeiten könnten. Mit amerikanischen Mitteln sollten auch die irakischen Regierungsmitarbeiter und die Budgets der Ministerien bezahlt werden. Washington plant außerdem, nach einem Krieg mehr als 100 Exil-Iraker aus westlichen Ländern anzustellen, die als Berater für die irakischen Ministerien arbeiten sollen.

US-Präsident George W. Bush hatte im Jänner einen Planungsstab für die Zeit nach einem Krieg in Irak eingerichtet. Dessen Leiter ist der pensionierte Generalleutnant Jay Garner. Er würde als ziviler Verwalter in den Irak gehen, falls die Regierung von Saddam gestürzt würde.

11.3.2003 18:20