Montag, 10. März 2003

Japan will Fujimori nicht ausliefern

  • Reaktion auf internationalen Haftbefehl

Die japanische Regierung lehnt eine Auslieferung des nunmehr per internationalen Haftbefehl gesuchten ehemaligen peruanischen Präsidenten Alberto Fujimori ab. "Wir haben derzeit keine Absicht, in irgendeiner Weise gegen Fujimori vorzugehen", erklärte am Sonntag der Pressesprecher des Außenministeriums in Tokio, Hatsuhisa Takashima.

Man habe noch keine Bestätigung hinsichtlich des internationalen Haftbefehls.

Interpol hatte am Samstag einen für alle 181 Mitgliedsländer der internationalen Polizeibehörde gültigen Haftbefehl gegen den ehemaligen peruanischen Präsidenten erlassen, der seit 2000 im Geburtsland seiner Eltern im Exil lebt und mittlerweile die japanische Staatsbürgerschaft angenommen hat. Peru verlangt die Auslieferung Fujimoris wegen Verbrechens gegen die Menschlichkeit. Die peruanische Justiz wirft ihm außerdem Korruption, Bereicherung, Tötungsdelikte und Folter vor. Die Regierung in Lima zeigte sich optimitisch, dass Fujimori doch noch in naher Zukunft festgenommen werde.

Fujimori war von 1990 bis 2000 Präsident in Peru. Wegen einer Korruptionsaffäre floh er im November 2000 nach Japan, von wo aus er seinen Rücktritt erklärte.

10.3.2003 10:47