Samstag, 15. März 2003

Rauch-Kallat: Frau kann freiwillig höhere Beiträge zahlen

  • Quasi-Rat an Frauen: Heiratet einen reichen Mann
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In der Pensionsreformdebatte hat FPÖ-Vizechef Max Walch am Samstag Übergangsregelungen verlangt. "In den nächsten Jahren darf es zu keinen finanziellen Änderungen für die Betroffenen kommen, sonst wird das Gesetz wieder vom Verfassungsgerichtshof aufgehoben", so Walch. Frauen- und Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat erklärte im "Standard", jede Frau könne freiwillig höhere Beiträge in die Pensionsversicherung einzahlen, damit sie später mehr Pension bekommt.

"Wenn man wenig einzahlt, kann man nicht eine Höchstpension erwarten". Diese Aussage wurde von ÖGB-Frauenvorsitzender Renate Csörgits als "zynische Abgeobenheit" kritisiert.

"Wahlfreiheit"
Rauch-Kallat erklärte, die Entscheidung müsse jede Frau treffen, "das ist ein Teil der Wahlfreiheit". Darauf angesprochen, dass das Erwerbseinkommen niedriger wird, wenn die Frau freiwillig mehr für die Pensionssicherung bezahle, sagte Rauch-Kallat: "Da muss man abwägen, was einem wichtiger ist. Für Frauen, die einen gut verdienenden Man haben, ist das eine Möglichkeit - dass sie trotz Teilzeit Pensionsbeiträge wie für Vollzeit einzahlen".

Wer kein Brot hat, soll Kuchen essen...
Csörgits zeigte sich in einer Aussendung empört. "Wenn Sie kein Brot haben, dann sollten Sie halt Kuchen essen. Nach diesem Motto handelt offenbar unsere neue Frauenministerin". Die Ankündigung von Rauch-Kallat sei realitätsverachtend und gehe auf Kosten tausender Frauen. Csörgits wies darauf hin, dass "die geplante Pensionsreform vor allem Frauen trifft". Und die Frauenministerin empfehle dabei den Frauen, sich einen "reichen Mann" zu suchen.

"So ein bisschen Abhängigkeit wird Ihnen ja wohl nicht schaden. Dass Frauen damit gerade in die Abhängigkeit getrieben werden, dürfte Rauch-Kallat dabei nicht stören. Aber wahrscheinlich ist der Blickwinkel vom Gräflichen Schloss aus einfach ein anderer", so die Frauenvorsitzende des ÖGB.

15.3.2003 12:04