Freitag, 14. März 2003

"Mit großer Freude": Albertina feierlich wiedereröffnet

  • Bundespräsident Klestil hielt die Festrede
  • Albertina-Direktor Schröder: "So etwas gelingt nur einmal im Leben"

Nach zehn Jahren strahlt die Albertina seit dem März 2003 wieder im alten Glanz. Bundespräsident Thomas Klestil lobte: "Die Wiedereröffnung der Sammlung Albertina ist der Stern unter den vielen kulturellen Veranstaltungen." Und Albertina-Direktor Schröder war überghlücklich: "So etwas gelingt nur einmal im Leben."

Klestil nannte die Albertina "ein modernes Prestigeprojekt, das weltweit Beachtung finden wird", und erinnerte an die Sammlungsgründung durch Albert von Sachsen-Teschen: "Was gegen Ende des 18. Jahrhunderts im Geiste der Aufklärung geschah, ist heute zu Beginn des 21. Jahrhunderts besonders aktuell: dass Kunst keinen gesellschaftlichen Luxus bedeutet, sondern zum Kernbestand jeder verantwortungsvollen humanistischen Erziehung gehört", so der Bundespräsident. "Mit Recht können die Österreicherinnen und Österreicher auf das neu entstandene Museum stolz sein, und sie werden diese Institution - gleichermaßen Musentempel wie zeitgenössische Präsentationsplattform für bildende Kunst - mit großer Freude in ihr kulturelles Selbstverständnis integrieren."

Viel wurde gedankt bei diesem Festakt - den Steuerzahlern, den Sponsoren, den zuständigen Politikern, den beteiligten Architekten, Firmen und Mitarbeitern, vor allem aber dem Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder, der auch den Festvortrag zur Geschichte der Sammlung hielt und zur Begrüßung strahlend bekannte: "Die Albertina wird nicht alle Tage eröffnet, so etwas gelingt nur einmal im Leben."

Die für Museen zuständige Ministerin Elisabeth Gehrer (VP) freute sich darüber, dass die Albertina "aus dem Dornröschenschlaf geweckt" wurde und wünschte ihr "eine positive Weiterentwicklung": "Ich werde das Meinige dazu beitragen, dass die Grundlagen gesichert sind."

Wiens Bürgermeister Michael Häupl (SP) verwies auf den Beitrag der Stadt - 2,3 Mio. Euro zur Renovierung der Prunkräume - und zollte der "grundlegenden Erneuerung" des Hauses Anerkennung: "Ähnlich wie das Museumsquartier bietet die Albertina nun deutlich sichtbare Verbindungen zwischen der Geschichte und den zeitgenössischen Strömungen."

Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (VP) sprach von der "wohl beeindruckendsten Eröffnungsfeier, die ich je gesehen habe", von der Albertina als "eine Weltklassesammlung" und zitierte u.a. Erzherzog Johann der aus Anlass eines weihnachtlichen Albertina-Besuchs einst seinen Zweifel über die Notwendigkeit all der Pracht und des Aufwands geäußert hatte - ähnlich wie manche heutige Kritiker angesichts der aufwendigen Neugestaltung und Renovierung der Albertina. (apa)

14.3.2003 08:59