Montag, 3. März 2003

DaimlerChrysler und Mitsubishi verstärken Kooperation

  • Zusammenarbeit bei Klein- und Kompaktfahrzeugen überlegt
  • DaimlerChrysler hält am absatzschwachen "Vaneo" fest

DaimlerChrysler und Mitsubishi Motors peilen eine noch engere Zusammenarbeit an. Manfred Bischoff, im Vorstand des deutsch-amerikanischen Autobauers für Beteiligungen zuständig, sagte der Unternehmenszeitschrift "Headline" in Stuttgart: "So überlegen wir zurzeit, was wir über die Zusammenarbeit beim Colt und Smart forfour hinaus auf dem Sektor der Klein- und Kompaktfahrzeuge künftig gemeinsam tun können."

Auch das Thema der alternativen Antriebe sei angesichts der zukünftigen Anforderungen an Emission und Abgasstandards ein Themengebiet, "bei dem wir in der Allianz gemeinsam an Lösungen für die Zukunft arbeiten." Ferner würden die Möglichkeiten geprüft, Mitsubishi beim Eintritt in den amerikanischen Pickup-Markt zu unterstützen. DaimlerChrysler hält an dem japanischen Autobauer 37,1 Prozent der Anteile.

Mitsubishi Motors auf gutem Weg
Bischoff sagte, Mitsubishi Motors sei auf guten Weg, aber noch nicht am Ziel. Deshalb müsse das Unternehmen die eingeschlagene Richtung konsequent weiter verfolgen, auf der Kosten- wie auch auf der Produkt- und Erlösseite. Das Geschäftsjahr des japanischen Autobauers endet am 31. März.

Kein Aus für Familien-Van "Vaneo"
DaimlerChrysler will unterdessen trotz schwacher Verkaufszahlen vorerst an seinem Familien-Van "Vaneo" festhalten. Mit einem Verkaufsschub des Fahrzeugs rechnet das Unternehmen aber nicht mehr. "Der aktuelle Vaneo wird auch in den nächsten Jahren weiter produziert", widersprach ein DaimlerChrysler-Sprecher einem Bericht des "Handelsblatts".

Nachfolgekonzept
Allerdings werde bereits an einem Nachfolgekonzept gearbeitet. Das vor gut einem Jahr in den Markt eingeführte Fahrzeug war mit 22.000 Einheiten im vergangenen Jahr deutlich hinter dem Produktionsziel von rund 36.000 Stück zurück geblieben. Auch 2003 werde die Produktion in dieser Größenordnung liegen, sagte der Sprecher. Für ein volles Produktjahr hatte DaimlerChrysler eigentlich mit bis zu 50.000 Einheiten gerechnet.

Deutschland: Verkauf zufriedenstellend
Das "Handelsblatt" hatte unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, das Aus für den Vaneo sei besiegelt, der Nachfolger werde unter einem anderen Namen verkauft. Einzelheiten wie der Name des Vaneo-Nachfolgers stünden noch nicht fest, betonte der Sprecher dazu. In Deutschland verkaufe sich der Vaneo zufrieden stellend, im Ausland sei der Absatz aber enttäuschend, hieß es in Unternehmenskreisen.

An eine Herabsetzung des Listenpreises (von 16.680 Euro aufwärts) denke DaimlerChrysler aber nicht. Das Preis-Leistungsverhältnis war vielfach kritisiert worden. Der Kleintransporter gehört organisatorisch zur Nutzfahrzeug-Sparte von DaimlerChrysler, richtet sich an vornehmlich an Privatkunden und wird auch über das Pkw-Händlernetz verkauft.

"Sprinter": Voller Erfolg
Das Lkw-Werk in Ludwigsfelde bei Berlin, in dem der Vaneo zusammengebaut wird, versucht DaimlerChrysler indes anderweitig auszulasten. Dort soll künftig auch der erfolgreiche Transporter "Sprinter" montiert werden. Mit rund 150.000 Stück pro Jahr ist das Düsseldorfer Sprinter-Werk voll ausgelastet.

Kooperation mit VW?
Mit VW verhandelt DaimlerChrysler derzeit, ob in Ludwigsfelde zum Teil auch die neue Generation des VW-Transporters LT zusammengebaut wird, der auf der gleichen Plattform wie der Sprinter entwickelt wird und 2006 auf den Markt kommen soll. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen, hieß es zuletzt bei VW. Mercedes-Benz beschäftigt in Ludwigsfelde rund 1500 Mitarbeiter.

3.3.2003 13:51