Weltgrößte Touristik-Messe: El Kaida-Terror überschattet ITB
- 10.000 Aussteller aus 178 Ländern; Anschläge in Madrid bisher ohne Auswirkungen
- Billig-Airlines, Senioren- & Jugend-Reisen als zentrale Themen
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Nach zwei Jahren tiefer Krise sollte es eine Internationale Tourismus-Börse der guten Nachrichten werden. Die Zeichen in der angeschlagenen Branche standen nach zwei Minus-Jahren wieder auf Wachstum. Seit den Anschlägen in Madrid aber schwebt über der weltweit wichtigsten Branchenmesse die Sorge, die Terrorangst könnte den zarten Aufschwung lähmen.
Zwar sind Verbände und Veranstalter auf der ITB in Berlin noch immer optimistisch, dass es auch nach dem mutmaßlichen Bekenner-Video der El Kaida weiter aufwärts geht, aber eine unkalkulierbare Unsicherheit hat die Branche erneut erfasst.
Der deutsche Verbandspräsident Laepple lässt sich auch durch die El Kaida-Video seinen Optimismus nicht nehmen. Die Anschläge weckten zwar alles andere als Reiselust doch glaube er nicht, "dass die Leute jetzt aufs Reisen verzichten wollen, weil es irgendwo möglicherweise einen Anschlag geben könnte. Die Leute sind jetzt mehrere Sommer hintereinander zu Hause geblieben. Die wollen ja reisen."
Ähnlich sieht es auch der weltweite Branchenführer TUI, für den gerade Spanien das wichtigste Ziel ist - nicht nur, weil jedes Jahr Millionen Urlauber bei TUI und ihren Töchtern Spanien-Urlaub buchen, sondern auch, weil ein großer Teil der TUI-Hotels auf den Balearen oder den Kanaren steht. An der Wachstumsprognose müsse auch nach dem mutmaßlichen Eingeständnis des Terrornetzwerkes El Kaida nichts geändert werden, sagte ein TUI-Sprecher.
Auch dem Reiseland Spanien sagt Laepple keine düstere Sommersaison 2004 voraus. Insbesondere bei Mallorca gehe er davon aus, dass der positive Buchungstrend anhält. Die Kanaren und Balearen seien auch von früheren Terrorakten in Spanien nicht betroffen gewesen, "denn die Chance für einen Täter, von einer Insel entkommen zu können, sind natürlich deutlich geringer als auf dem Festland." Derzeit liege Mallorca bei den Buchungen um 12,5 Prozent im Plus, "und dieser Trend ist für den kommenden Sommer nicht mehr umkehrbar".
Auch Prof. Martin Lohmann von der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen sieht keine neue Dimension. Die Auswirkungen auf den Tourismus würden "relativ gering" sein, anders als nach dem 11. September 2001.
"Ich glaube nicht, dass die Veranstalter jetzt große Probleme bekommen werden. Damals kamen zwei Faktoren zusammen." Neben den Auswirkungen der Terroranschläge in den USA sei eine grundsätzliche Umstrukturierung notwendig gewesen. Die sei nun abgeschlossen, auch wenn die Probleme - etwa mit Überkapazitäten - nicht gelöst worden seien.
(apa, red)
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