KPN mit Rekordverlust von 9,5 Mrd. Euro
- Schuldenstand aber insgesamt verringert
- Kaufoffert für UMTS-Netz von Mobilcom
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Rekordverlust bei KPN: Der niederländische Telefonkonzern hat das vergangene Geschäftsjahr mit einem Minus von 9,5 Mrd. Euro abgeschlossen. Damit lag das Minus 2002 nochmals rund zwei Mrd. Euro höher als im Vorjahr, wie das Unternehmen am Montag in Den Haag mitteilte.
Zum Jahresende konnte KPN aber wieder schwarze Zahlen schreiben: Im vierten Quartal betrug der Nettogewinn sieben Mio. Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Verlust von 6,23 Mrd. Euro in der Bilanz gestanden hatte. KPN ist die Mutter des deutschen Mobilfunkanbieters e-plus.
Abschreibungen
Zu dem Nettoverlust hätten auch Firmenwertabschreibungen und Umstrukturierungskosten beigetragen, hieß es weiter. Operativ war das Ergebnis dagegen wieder positiv. Das Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) vor Sonderposten kletterte dagegen um 22 Prozent auf 4,38 Mrd. Euro.
Schuldenstand verringert
Dazu habe vor allem eine Verringerung der Betriebsausgaben um 11,2 Prozent beigetragen. Der Schuldenstand des Konzerns verringerte sich Ende 2002 auf 12,35 Mrd. Euro von 15,74 Mrd. Euro ein Jahr zuvor. Der KPN-Umsatz schrumpfte im vergangenen Jahr um 1,6 Prozent auf 12,2 Mrd. Euro. Im Schlussquartal verzeichnete KPN wieder einen leichten Zuwachs der Erlöse um 0,7 Prozent auf 3,1 Mrd. Euro.
Kaufoffert für UMTS-Netz von Mobilcom
KPN hat nach eigenen Angaben ein Übernahmeoffert für die zu dem Verkauf stehenden UMTS-Aktivitäten des deutschen Mobilfunkdienstleisters Mobilcom abgegeben. "Wir haben ein Angebot (für das UMTS-Netz) vorgelegt", sagte KPN-Chef Ad Scheepbouwer am Montag bei der Vorstellung der Geschäftsergebnisse in Amsterdam.
Die deutsche KPN-Tochter E-Plus hat bis zum 30. April ein Vorkaufsrecht für die UMTS-Antennenstandorte und die installierte Funktechnik von Mobilcom. Eine Entscheidung solle bis Ende März fallen, sagte der KPN-Chef Ad Scheepbouwer bei der Präsentation der Jahreszahlen in Amsterdam. Die UMTS-Netzanlagen von MobilCom hatten rund eine Mrd. Euro gekostet, der Verkaufspreis dürfte jedoch deutlich geringer ausfallen. MobilCom hatte sich nach einem Finanzierungsstreit mit Großaktionär France Telecom von seinen UMTS-Plänen verabschieden müssen.
Die breite kommerzielle Nutzung des UMTS-Netzes von E-Plus solle im ersten Quartal 2004 beginnen, hieß es weiter. Insgesamt wolle KPN bis Ende 2005 für den Aufbau seines UMTS-Netzes in Europa 1,4 Mrd. Euro ausgeben, verlautete in Amsterdam weiter. KPN strebe mit E-Plus in Deutschland einen Marktanteil von 18 bis 20 Prozent an, sagte Scheepbouwer.
