Europa: Hightech-Branche wächst 2003 schwächer
- Bitkom prognostiziert Wachstum von 2,9 Prozent für heuer
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Die Informationstechnik- und Telekommunikations-Branche (ITK) in Europa wird nach Angaben des deutschen Branchenverbandes Bitkom in diesem Jahr schwächer wachsen als der Weltmarkt. Ein Grund für die Schwäche seien die besonderen Probleme des deutschen Marktes, teilte Bitkom im Vorfeld der CeBIT mit. Der überaus starke Rückgang der Ausstellerzahl bei der CeBIT um fast 20 Prozent von 7.910 auf 6.526 gehe vor allem auf das Wegbleiben deutscher Unternehmen zurück.
Für 2003 prognostiziert Bitkom unter Berufung auf das EITO-Institut einen Zuwachs der ITK-Branche um 2,9 Prozent, für 2004 von 4,4 Prozent. Weltweit dürfte die Branche den Prognosen zufolge in diesem Jahr 4,5 Prozent auf 2,25 Billionen Euro, im folgenden Jahr um 5,7 Prozent auf 2,38 Billionen Euro zulegen.
Deutschland unter Durchschnitt
Dagegen sind die Erwartungen für den ITK-Markt in Deutschland wesentlich geringer. "Der deutsche Markt wird allerdings weiterhin keinen Anschluss an die EU-weit gültigen Zuwachsraten finden", sagte Bitkom-Vizepräsident Jörg Menno Harms. Deutschland habe als einziges europäisches Land 2002 einen Rückgang des Marktes verzeichnet im Bereich zwischen einem und zwei Prozent. Konkrete Zahlen will Bitkom kommende Woche auf der CeBIT vorlegen. Zuletzt war 2002 ein Rückgang um 1,3 Prozent auf 136 Mrd. Euro erwartet worden.
Für 2003 sei in Deutschland allenfalls mit einer "schwarzen Null", also einem nur geringen Wachstum unterhalb von einem Prozent zu rechnen. Damit habe eine scheinbar unumstößliche Regel ihre Gültigkeit verloren, wonach die ITK-Branche über Jahre in hinweg drei bis fünf Mal stärker gewachsen sei, als die deutsche Volkswirtschaft.
Konsolidierung der Branche
Inzwischen habe sich die Branche konsolidiert und damit auch an Reife gewonnen, sagte Harms. Es gebe weiterhin Wachstumsbereiche, etwa die Telekommunikationsdienste oder auch der Servicesektor. Rückläufig entwickele sich der Bereich Hardware, sowohl bei den Endgeräten als auch bei der Infrastruktur für Netzwerke. Nur noch ein Viertel des Branchenumsatzes werde mit Hardware gemacht. Der Großteil fließe in Software und Dienstleistungen.
Die Deutsche Messe AG führte den starken Ausstellerrückgang vor allem auf die schwierige Konjunktur in Deutschland und die Firmenpleiten in der ITK-Branche im vergangenen Jahr zurück. So hatten von den 7.910 Ausstellern des Vorjahres rund 700 ihre CeBIT-Rechnungen nicht bezahlen können. Während die Zahl der ausländischen Aussteller mit 2824 fast stabil geblieben sei, gingen die Anmeldungen aus Deutschland um mehr als 20 Prozent auf 3.702 zurück.
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