Dienstag, 4. März 2003

Computer sollen Broadway-Musiker ersetzen

  • Reduktion von 24 auf 7 Musiker geplant

Computer sollen künftig weitgehend die Live-Musik am Broadway ersetzen und Hunderte von Musiker-Arbeitsplätze überflüssig machen. Das ist der Plan der New Yorker Theaterproduzenten. Die größte amerikanische Musiker-Gewerkschaft läuft dagegen Sturm - und hat ihre Musiker in einen seit vergangenen Freitag anhaltenden Streik geschickt.

Die Vereinigung der Theaterproduzenten will für Musicals am Broadway nur noch jeweils höchstens sieben statt wie bisher 24 bis 26 Instrumentalisten aus Fleisch und Blut einsetzen. Im Grunde seien schon bald überhaupt keine Live-Musiker mehr erforderlich, erklärte der Präsident der Produzentenvereinigung, Jed Bernstein. Das hätten Proben mit von Computern eingespielten Orchesteraufnahmen gezeigt. Die Reduzierung der Orchester auf sieben Musiker sei daher ein Friedensangebot.

Verlust von Anziehungskraft befürchtet
Der Präsident der Gewerkschaft American Federation of Musicians, Bill Moriarity, erklärte, es gehe nicht nur um den Verlust von Arbeitsplätzen. Der Broadway werde seine Anziehungskraft verlieren, wenn künftig nur noch Studioaufnahmen zur Begleitung der Akteure auf der Bühne eingespielt werden. Die Gewerkschaft vertritt 325 Broadway-Musiker, die bisher in Orchestern bei 19 Musicals ihr Geld verdienten.

Tarifvertrag als Streitpunkt
Im Zentrum des Streits steht ein kürzlich ausgelaufener Tarifvertrag, nach dem Theater verpflichtet waren, je nach ihrer Größe bei Aufführungen mit Musikanteilen eine Mindestzahl an Live-Musikern pro Vorstellung zu beschäftigen. Solche Garantien seien nicht mehr zeitgemäß und legten den Theatern "kostspielige Fesseln" an, erklärten die Produzenten.

4.3.2003 08:52