Montag, 3. März 2003

Nach Umstellung: Postfuchs soll schneller werden!

  • Ab 1. Juni: Briefe & Pakete um bis zu 30% teurer (Kasten)
  • Plus: Die neuen Post-Tarife im Überblick (Kasten)

Die Post soll schneller werden. Das erklärte Post-Generaldirektor Ernst Wais, anläßlich der Eröffnung des Briefzentrums Wien am Montag. Insgesamt wird die Briefverteilung österreichweit derzeit von 14 auf sechs Zentren (Wien, Salzburg, Graz, Villach, Innsbruck und Linz) konzentriert. Die Post will damit die Zustellung beschleunigen, die Kosten reduzieren und rund 1.500 Leute einsparen.

Im neuen Verteilzentrum werden vier Millionen Sendungen, knapp 50 Prozent des gesamten österreichischen Sendungsvolumens, abgewickelt. Bis Ende nächsten Jahres müssen laut Vorgaben des Infrastrukturministeriums 95 Prozent aller Briefe binnen 24 Stunden zugestellt werden. Das neue Briefzentrum Wien bezeichnete Post-Chef Wais am Montag als einen "wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Zustellqualität". Rückstände, Fehlleitungen und Fehlsortierungen sollen künftig vermieden werden.

Die Umstellungsphase sei aber eine "schwere Zeit für die Kunden aber auch für die Post und ihre Mitarbeiter" gewesen. Die Vollautomatisierung sei "nicht reibungslos über die Bühne gegangen", gestand Wais ein. Probleme hat es nicht nur im Verteilzentrum selbst, sondern schon bereits in den Postämtern gegeben. Briefe seien teils schon dort nicht korrekt vorsortiert oder falsch etikettiert worden, heißt es aus dem Post-Vorstand. Mittlerweile kommen laut Post aber wieder 80 Prozent der Briefe einen Tag nach der Aufgabe beim Empfänger an.

Insgesamt hat die Post 120 Mio. Euro in das neue Briefzentrum investiert, laut Wais die "mächtigste Investition" seines Unternehmens in die Zukunft. In dem neuen Zentrum arbeiten 1.200 Mitarbeiter an Förderbändern von 5,5 Kilometer Länge in drei Schichten rund um die Uhr. 600 Mitarbeiter hat die Post durch die Eröffnung des neuen Verteilzentrums schon eingespart. 150 bis 200 sollen heuer in diesem Zusammenhang noch folgen. Laut Post-Logistikchef Jörn Kaniak spart die Post damit etwa 28 Mio. Euro im Jahr.

Insgesamt will das Unternehmen 2003 rund 1.500 Leute einsparen. Post-General Wais bekräftigte dieses Ziel am Montag. Großteils soll der Abbau über natürlichen Abgang erfolgen.

Nächstes Projekt nach dem Verteilzentrum Wien ist der Baustart des neues Verteilzentrums Villach. Danach wird die Erneuerung des Verteilzentrums in Linz in Angriff genommen. Langfristig ist auch in Innsbruck ein neues Verteilzentrum geplant. Daneben arbeitet die Post auch an der Konzentration der Zustellpostämter von früher 1.800 auf künftig knapp unter 500. 240 dieser neuen Zustellbasen sind laut Kaniak bereits fertig.

3.3.2003 13:57