Billa sagt Diskontern den Kampf an
- Hofer und Lidl steigerten Marktanteil auf über 20 Prozent
- Billa-Boss Schalle zu NEWS: "Billiger als bei uns geht's nicht."
Diskonter wie Hofer und Lidl gelten trotz Konjunkturflaute als Gewinner. Der Marktanteil der Billiganbieter steigerte sich zuletzt auf über 20 Prozent. Das nimmt Veit Schalle, Boss von Rewe Austria, zum Anlass der preisdrückenden Konkurrenz den Kampf anzusagen. Der österreichische Marktführer bläst zu einer neuen Produkt-Offensive.
Schalle gibt zu, dass Rewe aufgrund der flauen Konjunktur bei Billa und Merkur die Planung im Vorjahr knapp verfehlt hat. Die Diskontschiene Mondo weist jedoch sehr gute Zuwachsraten auf: "Man spürt, dass die Leute sparen und jeden Euro dreimal umdrehen." Dennoch sei man mit dem Geschäft im Jahr 2002 im Großen und Ganzen zufrieden, erklärt Schalle.
Die Schuld für den Aufschwung von Hofer und Lidl sieht der Rewe-Chef bei der Politik. Diese fördere einen ungleichen Wettbewer, da für die Billa-Märkte, die 10.000 Artikel auf 600 Quadratmeter Verkausfläche anbieten, die gleichen gesetzlichen Rahmenbedingungen gelten wie für die Diskonter, die lediglich 600 Produkte führen.
Mit Eigenmarken gegen Billig-Märkte
Den größten Trumpf im Kampf gegen die Billig-Supermärkte sieht Veit Schalle in der Rewe-Eigenmarke "Clever". Sowohl in dieser Sparte als auch bei der Bio-Linie "Ja! natürlich" gab es für den Konzern zuletzt Zuwachsraten, "die jenseits von Gut und Böse sind", versichert der Billa-Boss.
Auch die Ambitionen von Erzkonkurrent Spar, Rewe Austria zu überholen, beunruhigen Schalle nicht sonderlich. Er ist sich sicher, dass der Vorsprung von vier Prozent beim Marktanteil gehalten wird und das "Wunschdenken" von Spar nicht in die Realität umgesetzt wird.
Zum Programm der neuen Regierung, die Rahmenöffnungszeit von 66 auf 72 Stunden zu erweitern, sieht der 60-jährige Schalle mit gemischten Gefühlen. Einerseits verärgert ihn, dass die Politik diese Entscheidung auf die Landeshauptleute abgewälzt hat, andereseits aber hofft er doch, "dass der eine oder andere Landeshauptmann die Rahmenöffnungszeit auf 72 Stunden erweitert." Das gewichtigste Argument für eine Ausdehnung ist nach Schalle die bevorstehende Osterweiterung.
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