Freitag, 7. März 2003

OMV gelingt größter Ölfund in Österreich seit 25 Jahren

  • 500.00 Tonnen Öl und 200 Millionen Kubikmeter Erdgas
  • Produktion soll Ende 2003 starten

Die OMV ist in Österreich der größte Öl- und Gasfund seit 25 Jahren gelungen: Im Wiener Becken stieß die OMV mit einer Explorationsbohrung auf Ressourcen von rund 4,5 Mio. Barrel Öläquivalent (boe), teilte das Öl- und Gasunternehmen am Freitag mit. Das entspreche rund 500.000 Tonnen Öl und 200 Mio. Kubikmeter Erdgas bzw. einem Drittel der österreichischen Jahresproduktion des Unternehmens von 14 Mio. boe.

2002 wurden in Österreich rund 2 Mrd. m3 Erdgas und rund 1 Mio. t Rohöl produziert, davon entfielen auf die OMV 57 Prozent des in Österreich geförderten Erdgases und 90 Prozent des heimischen Rohöls. 2001 hatte der OMV-Konzern insgesamt rund 20 Mio. Barrel Rohöl und NGL (natural gas liquids) sowie rund 1,5 Mrd. Kubikmeter Erdgas gefördert.

Die Gesamtkosten des neuen Projekts, inklusive Bohrung, Inbetriebnahme, Obertageinstallationen und Anschluss an das Leitungsnetz, bezifferte die OMV heute mit rund 3,5 Mio. Euro. Der Produktionsbeginn ist für Ende 2003 geplant, die OMV rechnet mit einer Anfangsförderrate von täglich rund 300 boe (40 bis 50 Tonnen). Zur Erhöhung der Ausbeute und detaillierten Bewertung ist in der zweiten Jahreshälfte 2003 eine Erweiterungsbohrung vorgesehen. Ab 2004 werden im Rahmen einer weiteren Entwicklung des Feldes zusätzliche Förderbohrungen durchgeführt. Es wird mit einer Förderdauer von 15 bis 20 Jahren gerechnet.

Die Explorationsbohrung Erdpress 1 befindet sich rund 35 km nordöstlich von Wien an der so genannten Steinbergbruchzone und ist der größte Einzelfund seit der Entdeckung des Feldes Hochleiten 1977. Das Matzener Feld, Europas größtes Onshore-Ölfeld, liegt 7 km davon entfernt. Nach rund sechs Monaten erreichte die Bohrung ihr Endziel in 2.926 m Tiefe. Dabei wurden förderbare Öl- und Gasvorkommen in 12 Gesteinshorizonten gefunden.

Funde wie Erdpress 1 leisteten einen wichtigen Beitrag zur Zukunftssicherung des österreichischen E&P-Geschäfts, betont die OMV. Bei einem natürlichen Förderabfall bei alten Feldern von normalerweise 8 Prozent pro Jahr sei zur geplanten Konstanthaltung der heimischen Fördermenge neben der Explorationstätigkeit vor allem eine Optimierung der Fördertechnik nötig. 2002 wurden in Österreich von der OMV 22 Bohrungen abgeteuft, davon waren 17 wirtschaftlich fündig. Insgesamt wurden im Jahr 2001 rund 41.229 Meter von OMV eigenen Bohranlagen und Bohrmannschaften gebohrt.

Dank der hoch entwickelten 3D-Seismik und computergestützter Auswertungsmethoden sie man in der Erschließung bisher unerkannter Öl- und Gasvorkommen in Österreich sehr erfolgreich, so der für Exploration und Produktion zuständige Vorstand Helmut Langanger. In den vergangenen zwei Jahren seien in Österreich 45 Bohrungen abgeteuft und das höchste österreichische Förderniveau seit 20 Jahren erreicht worden.

Ziel der OMV sei es, bis 2008 weltweit eine jährliche Fördermenge von rund 160.000 boe/Tag zu lukrieren, erinnert der Energiekonzern. Dies soll durch eine Verdreifachung der internationalen Produktion bei gleichzeitiger Stabilisierung der österreichischen Produktionsmenge erzielt werden. Per Jahresende 2002 hat das Unternehmen eine tägliche Produktionsmenge von 100.000 boe/d erreicht. Derzeit verfügt der Konzern über ein internationales E&P-Portfolio in 17 Ländern. Kernregionen des E&P-Bereichs sind derzeit Österreich, Libyen und Großbritannien. Mit der für 2003 zu erwartenden Produktionssteigerung in Pakistan und Australien/Neuseeland sollten sich diese Länder 2003 ebenfalls zu Kernregionen mit einer Produktion von je mindestens 15.000 boe/Tag entwickeln.

Die Explorations- und Produktionstätigkeit der OMV in Österreich konzentriert sich auf das Wiener Becken und umfasst eine Fläche von mehr als 5.000 Quadratkilometer. 2001 deckte die OMV mit rund 14 Mio. boe heimischer Förderung 10 Prozent des österreichischen Bedarfs an Rohöl und 15 Prozent des Erdgasbedarfs ab. Beschäftigt sind im österreichischen E & P-Geschäft 770 Mitarbeiter. Mit jährlichen Investitionssummen von rund 50 Mio. Euro und zusätzlich geplanten Ausgaben von rund 16 Mio. Euro ist die OMV nach eigenen Angaben der größte Investor und Arbeitgeber im Weinviertel.

7.3.2003 11:09