Freitag, 7. März 2003

Jenbacher 2002 mit Gewinneinbruch

  • Vorsteuergewinn um 37 Prozent geschrumpft

Der Tiroler Energieanlagenbauer Jenbacher hat im vergangen Jahr 2002 "trotz eines fast vollständigen Ausfalls des wichtigen US-Marktes" im Umsatz zugelegt, dabei aber einen kräftigen Ergebnisrückgang hinnehmen müssen. Wie das Unternehmen am Freitag nach vorläufigen Zahlen mitteilte, stieg der Umsatz im Vorjahr um 10 Prozent auf 275 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) schrumpfte um 37 Prozent auf 14 Mio. Euro.

Jenbacher begründet die schlechte Ergebnisentwicklung mit "hohen Kosten für die beschleunigte Erschließung neuer Märkte". Zudem seien im vierten Quartal Probleme mit einem Lieferanten bei der Abwicklung eines Großprojektes in den USA aufgetreten, so das Unternehmen in einer Pflichtmitteilung.

Den "Markteinbruch in den USA in Folge des Enron-Skandals" hat Jenbacher nach eigenen Angaben "auf Grund intensivierter Verkaufsanstrengungen mehr als kompensiert". Der Auftragseingang der Gruppe stieg 2002 um 17 Prozent auf 396 Mio. Euro. Der Auftragsstand zu Jahresende lag mit 394 Mio. Euro um 42 Prozent über dem Wert zum 31.12.2001 (276 Mio. Euro).

Gründung drei neuer Tochtergesellschaften
Insgesamt wurden im Vorjahr drei neue Tochtergesellschaften in Frankreich, Dubai und Hongkong gegründet. Der Markteintritt gelang Jenbacher im vergangenen Jahr in Mexiko, Bulgarien, Thailand und Nigeria. Die Investitionen lagen 2002 mit einem Volumen von 11 Mio. Euro dennoch deutlich unter dem Vorjahresniveau von 21 Mio. Euro.

Das Eigenkapital von Jenbacher wuchs im Jahresvergleich von zuvor 56 Mio. Euro um 8 Prozent auf 60 Mio. Euro, die Eigenkapitalquote erhöhte sich damit auf 21 Prozent. Der operative Cashflow lag mit 34 Mio. Euro um 62 Prozent über dem Vorjahreswert.

Projekte im arabischen Raum verzögern sich
In ihrem Ausblick gibt sich Jenbacher vorsichtig: Aufgrund des drohenden Golfkrieges seien derzeit allerdings Verzögerungen bei Projekten in den arabischen Märkten zu registrieren. Außerdem sei ein weiteres Ansteigen von Öl- und Gaspreisen nicht auszuschließen, so das Unternehmen.

Für Jenbacher hat die zum General Electric-Konzern gehörende GE Holding Mitte Februar ein öffentliches Übernahmeangebot von 17,43 Euro je Aktie gelegt hat, GE will mindestens 90 Prozent des Tiroler Gasmotorenspezialisten. Das Übernahmeangebot kann noch bis 26. März 2003 angenommen werden. Sollten die 90 Prozent nicht zustandekommen, ist der Deal nicht erfolgreich.

Am Donnerstag schloss die Jenbacher-Aktie bei 16,70 Euro, um 0,6 Prozent unter dem Schlusskurs des Vortages.

7.3.2003 09:13